Zwei Punkte und ein Humba

Die Handballer des TV Köln-Wahn haben das Lokalderby der Oberliga beim TV Forsbach verdient mit 35:31 (18:12) für sich entschieden. Der Mannschaft von Trainer Ivan Majstorovic gelang damit der zweite Auswärtssieg in Folge.

Als der Nachmittag in den frühen Abend überging, drönten fünf laute Buchstaben aus den Kehlen vieler Wahner: H, U, M, B und A. Zusammen: Humba, was immer dann ertönt, wenn Wahns Handballer ein Meisterschaftsspiel gewonnen haben. Am Sonntag war dies zwar erst zum dritten Mal in dieser Saison der Fall, dafür aber immerhin zum zweiten Mal innerhalb der letzten zwei Wochen. Der Erfolg ist also zurückgekehrt nach Wahn, das Schlusslicht der Oberliga ist längst nicht mehr bloßer Punktelieferant.

Die Anzeigetafel im Halfenhof zeigte noch eine zu spielende Minute an, als sich die rund 70 mitgereisten Fans aus Wahn von ihren Plätzen erhoben und das „Flughafen-Team“ mit „Standing Ovations“ feierten. Zu diesem Zeitpunkt war der Wahner Sieg bereits unter Dach und Fach, das Lokalderby, das in der Hinrunde noch so heiß umkämpft war, hatte frühzeitig einen Sieger gefunden. Den Grundstein zu diesem ungefährdeten Erfolg, der bei konsequenterer Chancenauswertung eigentlich noch höher hätte ausfallen müssen, legte die Mannschaft von Ivan Majstorovic bereits im ersten Durchgang.

Über 6:4 (10.) und 10:7 (15.) zog Wahn bis zur 20. Minute auf 14:9 davon. Zur Halbzeit führten die Gäste dank einer geschlossen starken Mannschaftsleistung sogar mit 18:12 – so viele Tore in einer Halbzeit hatte Wahn schon lange nicht mehr erzielt. Maßgeblichen Anteil daran hatten Michael Siebert, Florian Butscheid und Sasa Vukoje, die zusammen 21 der 35 Wahner Tore erzielten. Von Beginn an legten die Majstorovic-Schützlinge eine aggressive Deckungsarbeit an den Tag und zeigten sich im Torabschluss mit der nötigen Konsequenz. Der Forsbacher Mannschaft war deutlich anzumerken, dass sie die Abgänge der Leistungsträger Uwe Schneevogt, Rainer Hantusch und Stefan Eikelmann kaum bis gar nicht verkraften kann.

Mit Beginn von Durchgang zwei stellte sich dann die Frage: Forsbacher Aufholjagd oder alles beim alten? Wahn war schließlich dahingehend gehandicapt, dass mit Max Huckauf und Christopher Busche gleich zwei Akteure frühzeitig mit zwei Zweiminutenstrafen vorbelastet waren. Und weil Wahn auf der Bank ohnehin dünn besetzt war – Tom Kulik stand ebenso wie Florian Lenzen und Gordon Rastuttis nicht zur Verfügung – bestand die Gefahr, dass dem „Flughafen-Team“ frühzeitig die Luft ausgehen könnte. Doch diese Befürchtung wurde nicht zur Realität. Zwar sahen Max Huckauf und Christopher Busche in Halbzeit zwei den Roten Karton, dafür hielt Wahn seinen Kontrahenten aber auf Distanz. Über 24:18 (40.) und 30:23 (50.) fuhren die Gäste den Sieg souverän nach Hause und konnten sich in den Schlussminuten sogar einige Unachtsamkeiten leisten, die Forsbach zur Ergebniskorrektur ausnutzte.

Es folgte ein ausgelassener Humba, verbunden mit der Hoffnung, ähnliche Jubelszenen auch mal in heimischer Halle aufführen zu können. Die nächste Chance bietet sich am kommenden Samstag (19 Uhr), wenn der VfR Übach-Palenberg in der Wahner Großsporthalle gastiert.

Tobias Carspecken

Bilder vom Spiel: http://www.flickr.com/photos/df8kk/sets/72157603987679223/

Tore für den TV Köln-Wahn:

Michael Siebert 8/3

Florian Butscheid 7

Sasa Vukoje 6

Tim Fuhrmann 5

Max Huckauf 4

Benjamin Jäger 2

Markus Filp 1

Christopher Busche 1

Tilo Kühn 1

Torfolge:

4:6 (10.), 7:10 (15.), 9:14 (20.), 10:16 (25.), 12:18 (Halbzeit)

18:24 (40.), 19:27 (45.), 23:30 (50.), 27:34 (55.), 31:35 (Ende)

Zuschauer:

ca. 200 (davon rund 70 aus Wahn)