Zielsetzung: Keine Ü-Eier für den Gegner

Am Samstag (Anwurf: 19 Uhr, Gesamtschule Holweide, Burgwiesenstraße) gastieren die Oberliga-Handballer des TV Köln-Wahn beim Dünnwalder TV. Ein Vorbericht.

Okay, der 21. Spieltag steht auf dem Programm. Was muss man wissen?

Dass vor der spannenden Ostereiersuche noch einmal harte Arbeit ansteht. Am Samstag kommt es nämlich zum Lokalderby zwischen Dünnwald und Wahn – und Lokalderbys haben es ja bekanntlich in sich, zumindest meistens.

War das im Hinspiel auch so?

Eher nein als ja, denn das Hinspiel entwickelte sich für Dünnwald zu einer klaren Angelegenheit. Der DTV kam damals – kurz vor dem Startschuss in die Karnevalssession 2007/2008 – zu einem ziemlich ungefährdeten 33:23-Sieg, was für Wahn doppelt ärgerlich war.

Wieso das denn?

Zum einen hat Wahn im Hinspiel eine seiner schlechtesten, vielleicht auch die schlechteste Saisonleistung geboten – und das vor so vielen hundert Zuschauern. Zum anderen war damals – erstmals in der Geschichte der Wahner Handballer – das Lokalfernsehen zu Gast.

Ist das wahr?

Center TV hat das Hinspiel gefilmt und im Fernehen gezeigt – da hätte man sich aus Wahner Sicht schon einen erfreulicheren Spielverlauf gewünscht.

Weil Wahn im Falle eines Sieges einen TV-Vertrag bekommen hätte?

Nein, was aber nicht unbedingt schlimm ist, denn der Handballfan hätte ziemliche Geduld aufbringen müssen, ehe er dann endlich den zweiten Saisonsieg des TV Wahn vor dem Bildschrim hätte feiern dürfen.

Stimmt auch wieder. Jetzt aber ist das Rückspiel angesagt. Wird´s spannend?

Das kann man im Vorhinein ja nie sagen, tendenziell dürfte es für den Tabellenfünften und Favoriten Dünnwald, der ja übrigens einen schönen und schnellen Handball spielt, aber nicht noch einmal so einfach wie im Hinspiel werden. Wahn hat das Punkten wiedererlernt, neues Selbstvertrauen getankt und erst letztens bewiesen, dass sich die Mannschaft auch nach klaren Rückständen nicht mehr aufgibt.

Das war gegen Übach so. Tolle Stimmung, tolle Dramatik, einfach ein sensationeller Tag für den Handball in Wahn.

Genau. Lange Zeit hatte es ja nach einer Niederlage für Wahn ausgesehen, ehe sich die Mannschaft auf beeindruckende Art zurück in die Partie gekämpft hat. Am Ende sind nicht nur ein Zähler für das Punktekonto, ziemlich viel Müll und eine zerbrochene Bank auf den Zuschauerrängen zurückgeblieben, sondern auch die wichtige Erkenntnis, dass die Mannschaft Moral hat!

Klingt ja alles ziemlich gut. Tabellarisch liegt die Wahner Mannschaft aber noch auf dem letzten Platz. Kann sich daran noch etwas ändern?

Theoretisch ja, auch wenn es schwer wird. Wahns Handball-Abteilungsleiter Bernd Liberka sagt: „Wir gucken von Spiel zu Spiel.“ Und das ist ja auch die einzig sinnvolle Lösung. Einfach versuchen, den Aufwärtstrend der letzten Wochen fortzusetzen und so viele Punkte wie möglich zu sammeln – was dann am Ende herauskommt, wird sich zeigen.

Der Druck lastet also nicht auf Wahn?

Nein, denn im Grunde rechnet niemand von der Konkurrenz mehr damit, dass das „Flughafen-Team“ vier Zähler in fünf Partien wettmacht. Die ganze Liga schaut auf Niederpleis, Rodt-Müllenbach und Bergneustadt – und niemand auf Wahn.

Und warum trellert Katja Ebstein dann seit 1970, dass es Wunder immer wieder gibt?

Weil es Wunder ja in der Tat immer wieder gibt. Das Wunder von Wahn würde aber nur im Falle eines Sieges in Dünnwald und gleichzeitigen Niederlagen von Rodt-Müllenbach gegen Bad Münstereifel und von Niederpleis gegen Forsbach Gestalt annehmen. Aber lassen wir die Rumrechnerei, wichtig ist erst einmal das eigene Spiel in Dünnwald.

Was muss sich ändern im Vergleich zum Hinspiel, damit es für Wahn besser läuft?

Einen wesentlichen Grund hatte Wahns Kreisläufer Christopher Busche ja schon wenige Minuten nach dem Spiel vor laufender Kamera gesagt, nämlich: „Wir haben uns einfach überlaufen lassen.“ Wahn hat sich einfach zu viele Ballverluste im Angriff erlaubt, was Dünnwald mit einfachen Gegenstoßtoren bestrafte. Damals lief bei Wahn nichts zusammen, hinzu kam, dass einige wichtige Spieler gefehlt haben.

Für Samstag sieht´s personell besser aus?

Ja, denn Tom Kulik kehrt ins Wahner Team zurück, womit die Mannschaft eine weitere wichtige Alternative für den Rückraum besitzt. Florian Lenzen trainiert nach seinem Nasenbeinbruch immerhin wieder mit. Ob es für einen Einsatz reicht, wird sich zeigen.

Die Zielsetzung für Samstag lautet also?

Einen Grund vermeiden, dass Dünnwalds Abteilungsleiter Richard Kind seine Mannschaft wie nach dem Hinspiel mit Überraschungseiern beschenken kann.

Und das, obwohl bald Ostern ist?

Und das, obwohl bald Ostern ist.

Tobias Carspecken