Weit unter Normalform

Eine klare 20:27 (7:11)-Heimniederlage kassierten die Landesliga-Handballer des TV „Jahn“ Köln-Wahn gegen den ungeschlagenen Tabellenzweiten TV Bergneustadt. Vor 200 Zuschauern in der stimmungsvollen Großsporthalle fanden die Gastgeber offensiv nie zu ihrem Spiel und mussten sich verdientermaßen geschlagen geben.

thumb_20101129Das Team von Trainer Torsten Tietgen fand gegen die aggressive Deckung des Gegners nur selten ein geeignetes Mittel. Wahn erzeugte im Angriff viel zu wenig Torgefahr und leistete sich außerdem teils haarsträubende Fehler. Mit Phillip Schürhoff hatte der TVB außerdem einen sicheren Rückhalt im Kasten, der zahlreiche Würfe der Porzer parieren konnte und deshalb maßgeblichen Anteil daran hatte, dass Wahn bis zur Pause auf lediglich sieben Tore kam.

Probleme hatte das Flughafen-Team allerdings nicht nur im Spiel nach vorne. In der Deckung bereiteten die Bergneustädter Kreisanspiele auf Tim Schmitz einige Schwierigkeiten, so dass die Porzer zahlreiche Siebenmeter gegen sich bekamen. Über 5:4 und 9:5 führte der TVB, der wesentlich schneller auf den Beinen unterwegs war, zur Halbzeit mit 11:7.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Oberberger zunächst auf 15:9, ehe Wahn für einige Minuten endlich sein Potential abrufen konnte. Mit einer in dieser Phase guten Deckung erarbeiteten sich die Jungs von Torsten Tietgen zahlreiche Ballgewinne. Durch einen 5:1-Lauf kam Wahn bis auf 14:16 heran. Zwischenzeitlich schien es so, als könnten die Tietgen-Schützlinge das Blatt noch wenden.

Markus Filp hätte sogar auf 15:16 verkürzen können, doch sein Heber landete neben dem Tor. Stattdessen lagen die Gastgeber wenige Minuten später mit 18:22 und dann mit 18:24 zurück – die Partie war entschieden. Insgesamt agierten bei den Porzern zu viele Akteure unter Normalform, um den noch ungeschlagenen Kontrahenten ernsthaft in Gefahr bringen zu können. Die Ausfälle des wichtigen Rückraumduos Dominik Heimes und Benjamin Jäger waren sicherlich ein Grund, aber nicht Hauptursache der Niederlage.

Lediglich 21 Tore gegen Strombach und sogar ein Treffer weniger gegen Bergneustadt zeigen, dass das Offensivspiel der Wahner momentan das größte Problem des Teams darstellt. Hier ist eine deutliche Steigerung nötig, will man am kommenden Samstag (17.30 Uhr) beim CVJM Oberwiehl II nicht eine böse Überraschung wie im vergangenen Jahr erleben.

Tobias Carspecken

Bilder vom Spiel von Thomas Schmidt: http://www.flickr.com/photos/df8kk/sets/72157625358971579/