Wechselbad der Gefühle

Ohne Punkte im Gepäck kehrten die Verbandsliga-Handballer des TV Köln-Wahn von ihrem Auswärtsspiel beim VfL Bardenberg zurück. Das Team von Spielertrainer Robert Bosnjak unterlag mit 29:31 (11:15) und bleibt im unteren Tabellenmittelfeld.

Nach Spielschluss war die Enttäuschung groß im Lager des „Flughafen-Teams“. Zum zweiten Mal in Folge stehen Wahns Handballer ohne Punktgewinn dar, die fünfte Niederlage im achten Spiel verdeutlichte, dass das eigentliche Saisonziel wohl nach unten korrigiert werden muss.

Von einem Platz im oberen Tabellendrittel sind die Bosnjak-Schützlinge erst einmal weit entfernt, stattdessen rückt nach den Punktgewinnen von Niederpleis und Palmersheim die Abstiegszone näher. In Anbetracht dessen, dass am kommenden Samstag (19.30 Uhr) kein geringerer als der verlustpunktfreie Spitzenreiter Pulheim in der Großsporthalle gastiert, steht der TV Köln-Wahn vor schweren Wochen.

Leider knüpfte das „Flughafen-Team“ in den ersten 30 Minuten an seinen schwachen Auftritt aus dem Heimspiel gegen Siebengebirge an. Erneut war das Rückzugsverhalten mangelhaft, so dass der Kontrahent zu zahlreichen Tempogegenstoßtoren kam. Schnell setzte sich der VfL auf 8:4 ab und profitierte dabei auch vom harmlosen Wahner Rückraum, der es im ersten Durchgang auf lediglich einen Treffer brachte. Zur Pause – Bardenberg führte mit 15:11 – deutete alles auf eine klare Angelegenhei zu Gunsten der Würselener hin.

Nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauern in der Walter-Rütt-Halle jedoch ein anderes Bild. Endlich nahm Wahn den Kampf an und konnte kontinuierlich seinen Rückstand verkürzen. Als das „Flughafen-Team“ elf Minuten vor dem Ende auf 23:24 verkürzte, war die Partie wieder vollkommen offen. In der 52. Minute gelang dann sogar der Ausgleich – der angestrebte Auswärtssieg war zum Greifen nahe. Im Gegenzug kassierten die Gäste jedoch prompt das 26:27 und Michael Siebert eine Zwei-Minuten-Strafe. Der VfL zog auf 30:26 davon, die Partie war entschieden.

Am Ende stand die Erkenntnis, dass Wahns Handballer das Spiel vor allem im ersten Durchgang verloren hatten. Schließlich zeigte sich in der zweiten Hälfte, was an diesem Abend für Wahn möglich gewesen wäre, wenn die Mannschaft von Beginn an konzentriert und mit vollem Einsatz ins Spiel gegangen wäre. Positiv war dafür, dass sich das „Flughafen-Team“ nach deutlichen Rückständen nicht hängen gelassen, sondern Moral bewiesen hat – eine Eigenschaft, die gegen Siebengebirge noch komplett gefehlt hatte.

Für den TV Köln-Wahn trafen: Christopher Busche (10/8), Michael Siebert (5), Robert Bosnjak (4), Mesut Sümercan (3), Markus Filp (3), Tim Fuhrmann (2), Benjamin Jäger (1) und Daniel Esser (1).

Tobias Carspecken

Bilder vom Spiel von Thomas Schmidt