Wahn I: Ungefährdeter Sieg beim Schlusslicht

Rath-WahnEin ungleiches Lokalderby bekamen die Zuschauer am Samstagabend in der Handball-Landesliga zwischen dem punktlosen Schlusslicht RSV Rath-Heumar und dem TV „Jahn“ Köln-Wahn zu sehen. Der ungeschlagene Tabellenführer stellte die Weichen bereits in der Anfangsphase auf Sieg und gewann am Ende mit 43:29 (20:10). „Das war eher ein Trainingsspiel unter Wettkampfbedingungen“, hakte Abteilungsleiter Bernd Liberka den Pflichtsieg mit Blick auf die kommenden schweren Wochen schnell ab.

Nur in den ersten fünf Minuten konnte der trotz seiner Unterlegenheit vorbildlich kämpfende RSV die Partie ausgeglichen gestalten und führte zu diesem Zeitpunkt mit 3:2. Danach zogen die Gäste, die auf Simon Welter, Jens Voskuhl, Jörn Klinnert, Tim Schmitz und Christian Dobbelstein verzichten mussten, schnell davon. Die 7:4-Führung (10.) wurde bis zur 20. Minute auf 14:7 ausgebaut. Über 20:10 (30.) und 26:17 (40.) lag der „Jahn“ zehn Minuten vor Schluss mit 35:22 in Führung.

Der Sieg des Spitzenreiters hätte eigentlich noch deutlicher ausfallen müssen. Im Angriff ließen die Blau-Weißen jedoch einige Großchancen ungenutzt, während die Defensive insgesamt zu zaghaft agierte. 29 Gegentore gegen den Tabellenletzten sind im Normalfall eindeutig zu viel. Zugute halten muss man Stefan Filips Spielern allerdings, dass ihnen quasi nicht gestattet wurde, in der Abwehr engagierter zur Sache zu gehen.

Rath-Wahn_2Denn das ganz schwache Schiedsrichtergespann ließ jegliches Fingerspitzengefühl für die richtige Beurteilung von fairem oder unfairem Körpereinsatz vermissen. Sobald die Gäste mal richtig zupackten, wurden sie auf die Strafbank geschickt. Am Ende hatten die Statistiker ein Zeitstrafenverhältnis von 8:0 gegen Wahn auf dem Spielberichtsbogen notiert – und das in einem fairen Lokalderby, das nicht annähernd die Brisanz der vergangenen Jahre besaß.

Erfreulich war hingegen, dass sich jeder Wahner Feldspieler in die Torschützenliste eintragen konnte. Herauszuheben ist die Leistung von Mittelmann Malte Baumann, der stark aufspielte und elf Tore erzielte. Außerdem trafen: Benjamin Jäger (8), Christian Gerwe (5), Ralf Proske (4), Tom Kulik (3), Tim Sprengel (3), Michael Siebert (2), Florian Butscheid (2), Christian Simon (2), Samuel Kingdon (2) und Marcel Nürnberger (1).

Nach der Karnevalspause wartet eine wesentlich schwerere Aufgabe auf den Spitzenreiter. Am Samstag, den 16. Februar, gastiert der Tabellendritte TuS Rheindorf in der Wahner Großsporthalle (Anwurf: 19.30 Uhr). „Für uns beginnen nun die alles entscheidenden Wochen. Wir müssen voll da sein“, fordert Stefan Filip.

Tobias Carspecken

Weitere Spielbilder von Thomas Schmidt: http://www.flickr.com/photos/df8kk/sets/72157632683154050/