Wahn I: Schwere Aufgabe gegen schnelle Oberwiehler

Die Freude über Platz eins wurde bei den Landesliga-Handballern des TV „Jahn“ Köln-Wahn in dieser Woche durch gleich zwei Verletzungen getrübt. Kreisläufer Tim Schmitz (Foto) zog sich im Dienstagstraining eine schwere Knieverletzung zu und wird aller Voraussicht nach für die restlichen Saisonspiele ausfallen. Zwei Tage später brach sich Christian Dobbelstein bei einer Abwehraktion den Mittelfinger und wird wochenlang nicht zur Verfügung stehen. Das hindert die Mannschaft von Trainer Stefan Filip allerdings nicht daran, ihr Auswärtsspiel am Samstag (17.30 Uhr) beim Tabellenachten CVJM Oberwiehl II unbedingt gewinnen zu wollen – wohlwissend, dass im Oberbergischen eine unangenehme Aufgabe wartet.

Der CVJM gilt als sehr heimstark und sammelte elf seiner bisherigen 16 Punkte in eigener Halle. Im Dezember gelang es dem jungen Team von Florian König sogar, den Tabellenzweiten TuS 82 Opladen trotz eines 10:15-Pausenrückstandes mit 24:23 in die Knie zu zwingen. Weitere Ausrufezeichen setzte der Gegner durch einen deutlichen Heimsieg gegen Pulheim und ein Unentschieden gegen Longerich. Die größte Stärke der Oberwiehler ist das blitzschnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff. Im Hinspiel ging der CVJM lange Zeit ein höllisches Tempo mit, ehe sich die Porzer dank ihrer starken konditionellen Verfassung absetzen und einen letztendlich klaren 32:21-Erfolg feiern konnten.

Stefan Filips Mannschaft sollte also unvorbereitete Torabschlüsse tunlichst unterlassen, um nicht ins offene Messer zu laufen. Gelingt es, den CVJM in den aufgebauten Angriff zu zwingen, sollten die Kölner von ihrer körperlichen Überlegenheit profitieren können. Besonders Acht zu geben gilt es bei Oberwiehl auf den quirligen Mittelmann Bastian Schneider (mit 94 Treffern Fünfter der Landesliga-Torschützenliste). Zwar wurde der wurfgewaltige Christopher Suhr (82 Tore) an das Verbandsliga-Team abgegeben, mit Marco Dabringhausen (58 Tore) verfügt der CVJM aber über adäquaten Ersatz. „Ich hoffe, dass unsere Mannschaft durch die Verletzungen von Tim und Christian noch enger zusammenrückt. Ein Sieg in Oberwiehl wäre sehr wichtig, um mit dem psychologischen Vorteil eines Vier-Punkte-Vorsprungs in das Topspiel gegen Opladen gehen zu können“, sagt Abteilungsleiter Bernd Liberka.

Tobias Carspecken