Wahn I: Niederlage in den Schlusssekunden

Die kleine Erfolgsserie des TV „Jahn“ Köln-Wahn von drei Siegen in Folge hat am Samstagabend ein jähes Ende genommen: In eigener Halle unterlagen die Landesliga-Handballer dem Tabellenvorletzten TV Wahlscheid mit 24:25 (11:10). Besonders bitter: Das entscheidende Gegentor fiel fünf Sekunden vor der Schlusssirene. „Diese Niederlage haben wir uns selbst zuzuschreiben. In der entscheidenden Phase hat sich das Team nicht an die taktischen Vorgaben gehalten“, war Trainer Stefan Filip sauer.

20120320-TimSchmitzDabei hatte für die Wahner alles so gut begonnen. Nach fünf Minuten leuchtete eine 4:0-Führung von der Anzeigetafel. Doch die gelungene Startphase sollte dem Auftritt der stark ersatzgeschwächten Hausherren (es fehlten gleich sieben Spieler) nicht die nötige Sicherheit geben. Während die Defensive ihre Aufgaben zufriedenstellend löste, konnte der Angriff kaum Druck auf die kompakte gegnerische Deckung erzeugen. Die Torabschlüsse waren häufig unvorbereitet. Kurzum: es lief nicht viel zusammen.

Der TV Wahlscheid konzentrierte sich auf das, was er am besten kann: kämpfen. Und so arbeiteten sich die „Wölfe“ vor allem durch einige schöne Treffer ihres besten Mannes, Matthias Wetzler, in die Partie zurück. Beim 5:5 hatte Stefan Filips Mannschaft ihre gute Ausgangsposition bereits wieder verspielt. Über 7:7 und 9:9 ging es mit einer knappen 11:10-Führung für Wahn in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Probleme der Gastgeber sogar noch größer. Wahlscheid erwischte den besseren Start und legte zum 18:16 vor. Als es in die entscheidende Phase ging, schien sich der TV Wahn dann doch noch zu fangen. Das war in erster Linie Tim Schmitz zu verdanken, der vor allem in der zweiten Halbzeit eine starke Leistung ablieferte und die Kreisanspiele sicher verwandelte. Schmitz war es auch, der in der 53. Minute per Siebenmeter zum 23:20 traf und kurze Zeit später (ebenfalls per Siebenmeter) das 24:22 erzielte. Vier Minuten vor dem Ende hatte Wahn alles in der eigenen Hand.

Stefan Filip nahm eine Auszeit und besprach mit seiner Mannschaft die weiteren Spielzüge. Doch anstatt sich an die Vorgaben des Trainers zu halten, wurde zweimal unvorbereitet abgeschlossen und einmal der Ball mit einem viel zu riskanten Pass quer über das Spielfeld hinweg ins Aus geworfen. Wahlscheid nahm die Geschenke der Hausherren dankend an, glich erst zum 24:24 (59.) aus und erzielte fünf Sekunden vor dem Ende durch Axel Hummel, der ein Loch im Wahner Innenblock ausnutzte, sogar noch das Siegtor zum 24:25.

Für Wahn trafen: Tim Schmitz (10/4), Michael Siebert (5), Thorsten Dolinski (4), Thees Theessen (2), Benjamin Weckwert (1), Benjamin Jäger (1) und Florian Lenzen (1).

Tobias Carspecken

zum Foto: Kreisläufer Tim Schmitz wusste als einer der wenigen Wahner zu überzeugen. (Foto: Thomas Schmidt)