Wahn I: Filip warnt: „Jetzt sind wir die Gejagten“

Mit viel Selbstvertrauen reisen die Landesliga-Handballer des TV „Jahn“ Köln-Wahn am Samstag (18 Uhr, Sporthalle Herbertskaul) zum HSV Frechen. Das Team von Trainer Stefan Filip hat seine ersten sechs Partien jeweils souverän gewonnen und führt die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung auf den TuS 82 Opladen an. „Jetzt sind wir die Gejagten. Wir müssen uns darauf einstellen, dass jeder Gegner gegen uns besonders motiviert ist“, fordert Filip auch in Frechen eine konzentrierte Vorstellung von seiner Mannschaft.

Die Land-Kölner, die in der vergangenen Saison in der Landesliga A nur knapp den Aufstieg verpassten, liegen mit vier Siegen und zwei Niederlagen auf dem sechsten Tabellenplatz. Eine Niederlage gegen Wahn würde sie im Kampf um die Spitzenplätze weiter zurückwerfen. Deshalb zählt für HSV-Coach Birger Gierke am Samstag nur ein Sieg: „Wir müssen das Spiel gewinnen, sonst können wir unseren Aufstiegsplan fast vergessen.“

Die Porzer müssen sich folglich auf ein hartes Stück Arbeit einstellen. „Wir treffen auf eine Mannschaft, die eine körperlich sehr robuste Abwehr spielt. Für uns heißt das, von Beginn an voll dagegenzuhalten und den Kampf anzunehmen“, sagt Filip, der sein Ensemble vor allem vor der rechten Frechener Angriffsseite warnt.

Der regionalligaerfahrene Tobias Marquardt (32 Tore) und Rechtsaußen Sebastian Langen (36 Tore) haben bislang die meisten Treffer für den HSV erzielt. Mittelmann Niko Schleining und Marian Sindermann auf der Königsposition im linken Rückraum strahlen ebenfalls große Torgefahr aus. Besonders motiviert dürfte Mesut Sümercan sein. Der Kreisläufer des HSV lief zu früheren Ober- und Verbandsligazeiten jahrelang für den „Jahn“ auf und wird es seinen ehemaligen Mannschaftskameraden sicherlich noch einmal beweisen wollen.

Trotz des erfolgreichen Saisonstarts ist Stefan Filip in diesen Tagen nicht frei von Sorgen. Bei Tom Kulik wurde eine Sehnenentzündung in der Schulter diagnostiziert, was den 28-Jährigen zu einer mehrwöchigen Pause zwingt. Die Zerrung bei Benjamin Jäger ist noch immer nicht abgeklungen. Der bislang gefährlichste Werfer des TVW will in Frechen nur im Notfall auflaufen. Etwas besser sieht es dagegen bei Jens Voskuhl aus. Der 21-Jährige konnte unter der Woche wegen eines grippalen Infekts nicht am Training teilnehmen, hofft aber, bis Samstag wieder fit zu sein

Derzeit sorgt nicht nur die Tabellenführung für viel Freude in Wahn, sondern auch die Nachricht der Stadt Köln, dass die Heimspiele ab sofort wieder in der Großsporthalle an der Albert-Schweitzer-Straße ausgetragen werden können. Als erstes Team gastiert der Pulheimer SC am Samstag, den 3. November, in der nahezu fertig renovierten Wahner Sporthalle. Anwurf ist wie immer um 19.30 Uhr. „Wir sind froh, endlich wieder in unserer Heimat spielen zu dürfen und versprechen uns noch mehr Zuschauer als in unserem Ausweichquartier in Finkenberg“, sagt Abteilungsleiter Bernd Liberka.

Tobias Carspecken

zum Foto: Christian Gerwe und die Landesliga-Handballer des TV Wahn wollen ihre Siegesserie in Frechen fortsetzen. (Foto: Thomas Schmidt)