Wahn I: Erster Verlustpunkt in der Fremde

Longerich II - Wahn_1Die Handballer des TV „Jahn“ Köln-Wahn haben am vorletzten Landesliga-Spieltag ihre bis dato blütenweiße Auswärtsweste verloren. Obwohl die Mannschaft von Trainer Stefan Filip beim Longericher SC III kein einziges Mal in Rückstand lag, reichte es nach 60 mühsamen Minuten nur zu einem 26:26 (15:13)-Unentschieden.

„Wir hätten dieses Spiel eigentlich gewinnen müssen. Gegen die offensive Longericher Abwehr haben wir uns aber zu wenig bewegt und vor allem in der zweiten Halbzeit zu viele klare Torchancen vergeben“, hatte Abteilungsleiter Bernd Liberka die Hauptgründe für den ersten Verlustpunkt in fremder Halle schnell gefunden.

Dabei hatte die Partie vielversprechend für die Blau-Weißen begonnen. Nach dem 5:5 (10.) setzten sich die Gäste, basierend auf einer stabilen 6:0-Abwehr und schnellem Umschaltverhalten, bis auf 10:5 (Florian Butscheid/14.) ab. Longerichs Trainer Markus Becker sah sich zu einer Auszeit gezwungen, um seine manchmal überhastet agierenden Spieler neu einzustellen.

Bis zum 11:6 (17.), das Tim Schmitz per Siebenmeter erzielte, hielt der Tabellenführer den LSC dennoch auf Distanz. Danach tat sich Wahn immer schwerer. Der Angriff wirkte zunehmend ideenlos, agierte zu statisch und rannte sich immer wieder in der aggressiven Longericher Deckung fest. Die Nord-Kölner verkürzten auf 12:13 (25.), ehe Jens Voskuhl und Christian Gerwe die Wahner Halbzeitführung retteten.

Auch die Startphase des zweiten Durchgangs ging klar an die Filip-Sieben, die mit viel Schwung aus der Kabine kam. Benjamin Jäger, Jörn Klinnert und Tim Schmitz erhöhten von 16:14 (33.) auf 19:14 (37.). Bis zur 41. Minute – Wahn führte durch Malte Baumann mit 21:16 – deutete alles auf einen weiteren Sieg des Verbandsliga-Aufsteigers hin, ehe sich der LSC, angetrieben von einem einmal mehr überragend aufspielenden Caleb Duczak, mit viel Moral in die Partie zurückkämpfte und das Duell fortan auf Augenhöhe gestaltete.

Longerich II - Wahn_2Beim 22:22 (49.) drohte die Partie sogar zu Gunsten der Hausherren zu kippen, ehe Baumann und Klinnert den TVW ein wenig durchatmen ließen (24:22/52.). Als erneut Klinnert per Siebenmeter die Zwei-Tore-Führung verteidigte (26:24/55.) und Longerich in Unterzahl geriet, schien eine Vorentscheidung gefallen zu sein. Doch der LSC glich zwei Minuten vor dem Ende zum 26:26 aus und hatte nach einem von Benjamin Jäger verworfenen Siebenmeter sogar die Chance zur ersten Führung, was mit Blick auf den Spielverlauf aber auch des Guten zu viel gewesen wäre.

So kamen die Gäste zwölf Sekunden vor Schluss noch einmal in Ballbesitz, konnten das Spielgerät aber nicht mehr aufs Tor bringen. Stattdessen gab es noch zwei Rote Karten: Marik Urbschat und Jörn Klinnert wurden nach einem brutalen Longericher Foulspiel mit anschließender Rudelbildung auf die Tribüne geschickt. Die Wahner Tore erzielten: Jörn Klinnert (7/2), Christian Gerwe (5), Benjamin Jäger (4), Tim Schmitz (3/2), Jens Voskuhl (2), Malte Baumann (2), Tom Kulik (1), Simon Welter (1) und Florian Butscheid (1).

Tobias Carspecken

Weitere Bilder vom Spiel von Thomas Schmidt: http://www.flickr.com/photos/df8kk/sets/72157633242358916/