Wahn I: Den Sieg aus der Hand gegeben

Einen Punkt gewonnen oder einen verloren? Nach dem 25:25 (12:14) gegen den TuS Rheindorf wussten die Landesliga-Handballer des TV „Jahn“ Köln-Wahn nicht so recht, ob sie sich nun freuen oder ärgern sollten. Freuen, weil die Porzer einen zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand aufgeholt hatten. Oder ärgern, weil die 24:21-Führung sieben Minuten vor dem Ende nicht ins Ziel gerettet werden konnte. Trainer Stefan Filip entschied sich dafür, das Positive an der Punkteteilung hervorzuheben: „Wir haben Charakter und Moral bewiesen. Das war eine kämpferisch überzeugende Vorstellung und ein gerechtes Ergebnis.“

20111211Die Gastgeber erwischten den deutlich besseren Start in die Partie. Die 4:2-Führung durch einen Tempogegenstoß von Florian Lenzen konnte bis zur 14. Minute auf 6:2 ausgebaut werden. Danach kam allerdings ein Bruch ins Spiel der Blau-Weißen. In der Defensive ließ Stefan Filips Mannschaft die nötige Aggressivität vermissen, während im Angriff viel zu viele Torchancen liegen gelassen wurden. Zudem tat sich der TVW mit der Manndeckung gegen Miroslav Dvoroznak ungewohnt schwer – dem Wahner Spiel fehlte es an den nötigen Ideen. Rheindorf nutzte diese Schwächephase konsequent aus und zog mit einem 5:1-Lauf zum 7:7 gleich. Zur Pause lag der TuS sogar mit zwei Toren in Führung (12:10).

Als Rheindorf nach dem Seitenwechsel sogar auf 16:12 wegzog, ging plötzlich ein Ruck durch die Wahner Mannschaft, die in der Abwehr nun deutlich aggressiver zu Werke ging und mit Gerrit Kolbe einen starken Rückhalt im Tor besaß. Die Leverkusener gerieten ins Straucheln – beim 16:16 durch einen verwandelten Siebenmeter von Tim Schmitz war der TVW wieder zurück in der Spur. Danach ging es hin und her, die Spannung stieg von Minute zu Minute. Bis zum 20:20 (50.) blieb das Spiel ausgeglichen, ehe Thorsten Dolinski aufdrehte und dafür sorgte, dass sich Wahn auf 24:21 (53.) absetzen konnte.

Rheindorfs Trainer Frank Liese reagierte mit einer Auszeit, die ihre Wirkung nicht verfehlen sollte. Während dem Filip-Team fünf Minuten lang kein eigener Torerfolg gelang, glich Rheindorf zum 24:24 aus. Thorsten Dolinski schaffte mit dem 25:24 zwar die erneute Wahner Führung, die Andreas Werling per Siebenmeter aber postwendend egalisierte. Für ihren letzten Angriff hatten die Gastgeber noch einmal 30 Sekunden Zeit, das Siegtor sprang dabei allerdings nicht mehr heraus.

Immerhin: Auch wenn der Sieg in greifbarer Nähe war, blieb der TV Wahn im fünften Spiel in Folge ungeschlagen und verkürzte den Rückstand auf den dritten Tabellenplatz auf einen Zähler. Am Sonntag (11. Dezember, 16.30 Uhr, An der Steinbreche) steht bei der HSG Refrath/Hand das letzte Meisterschaftsspiel vor der Winterpause auf dem Programm. „Wir wollen mit einem Sieg für einen positiven Jahresabschluss sorgen“, hofft Stefan Filip auf zwei Punkte beim Tabellenletzten.

Für den TV „Jahn“ Köln-Wahn spielten und trafen: Gerrit Kolbe, Robert Oehl; Tim Schmitz (6/5), Thorsten Dolinski (5), Miroslav Dvoroznak (4/2), Florian Butscheid (2), Florian Lenzen (2), Tim Sprengel (2), Thees Theessen (2), Tom Kulik (1), Dennis Wegner (1), Michael Siebert, Benjamin Blank und Ralf Proske.

Tobias Carspecken

Fotos vom Spiel von Thomas Schmidt: http://www.flickr.com/photos/df8kk/sets/72157628265882169/