Wahn I: Voskuhl lässt die Großsporthalle beben

Die Handballer des TV „Jahn“ Köln-Wahn liegen auch nach dem 12. Spieltag ohne Verlustpunkt auf Platz eins der Landesliga. Im Topspiel gegen den Tabellendritten Longericher SC gelang ein knapper, aber verdienter 31:29 (17:13)-Heimsieg. „Unsere Mannschaft hat eine tolle kämpferische Leistung geboten. Ein großes Lob geht außerdem an unsere Anhänger, die uns phantastisch unterstützt und 60 Minuten lang nach vorne getrieben haben“, jubelte Abteilungsleiter Bernd Liberka.

Bis die 150 Zuschauer in der Großsporthalle aber ausgelassen feierten durften, galt es bange Momente zu überstehen. Nach überlegen geführter erster Halbzeit (6:5, 9:7, 13:10, 15:11) gerieten die Gastgeber nach dem Seitenwechsel in arge Bedrängnis. „Als Longerich auf eine offensive Deckung umgestellt hat, haben wir uns viel zu wenig bewegt“, haderte Trainer Stefan Filip, der auch mit dem Umschaltverhalten seiner Mannschaft nicht immer zufrieden war. „Wir sind die zweite Welle nicht konsequent gelaufen.“

Dennoch lagen die Hausherren gegen starke Longericher bis zum 27:25 (54.) in Führung. Die letzten sechs Minuten entwickelten sich zu einem dramatischen Nervenkrimi, bei dem es niemanden in der Halle mehr auf seinem Platz hielt. Die Nord-Kölner glichen – angeführt von Caleb Duczak und Tobias Schauf – zum 27:27, 28:28 und 29:29 aus. Ausgerechnet in der entscheidenden Phase des Spiels verletzte sich Tobias Schauf schwer und konnte nicht mehr weiterspielen. Ein Schock für die aufopferungsvoll kämpfenden Gäste.

Dann wurde Jörn Klinnert auf Rechtsaußen herrlich freigespielt und brachte sein Team mit dem 30:29 erneut in Front. Michael Siebert hatte anschließend die Chance zur Entscheidung, scheiterte nach einem Wackler aber freistehend an Torwart René Heiliger, der dem LSC die Chance zum erneuten Ausgleich gab. Doch diesmal war die Wahner Deckung hellwach und wehrte den letzten Longericher Angriff erfolgreich ab. Der LSC stellte in den verbleibenden 30 Sekunden auf eine offene Manndeckung um, Stefan Filip nahm daraufhin eine Auszeit und besprach mit seinen Akteuren das weitere Vorgehen.

Diese setzten die Vorgaben perfekt um. Nach einem Diagonalpass von Christian Gerwe auf den freistehenden Jens Voskuhl traf dieser zur endgültigen Entscheidung. Der Wahner Anhang war aus dem Häuschen und sorgte für einen Lärmpegel, wie man ihn in den letzten Jahren nur selten in der Großsporthalle erlebt haben dürfte. „Früher“, sagte Bernd Liberka, „hätten wir so ein knappes Spiel verloren. “ Doch inzwischen ist der „Jahn“ viel gefestigter. Christian Gerwe (9/4), Jörn Klinnert (7/3), Simon Welter (4), Benjamin Jäger (4), Michael Siebert (2), Jens Voskuhl (2), Tim Schmitz (2/1) und Ralf Proske (1) trugen sich beim letzten Heimspiel im Kalenderjahr 2012 in die Torschützenliste ein.

Tobias Carspecken

Weitere Bilder vom Spiel von Thomas Schmidt: http://www.flickr.com/photos/df8kk/sets/72157632148630205/