Wahn 1: Verhängnisvolle sechs Minuten

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Auch am Tag danach fällt es schwer, das Erlebte in Worte zu fassen und Erklärungen dafür zu finden, wie sich eine Mannschaft trotz eines eigentlich komfortablen Vorsprungs innerhalb von nur sechs Minuten um den gesamten Lohn für ihre bis dato hervorragende Leistung bringen kann. Vielleicht lautet die Begründung dafür ganz simpel „Sport“, in dem, so heißt es, ja alles möglich sein soll. Vielleicht gibt es aber auch gar keine Begründung für das, was sich am Samstagabend in der Großsporthalle abspielte. Im Verbandsliga-Heimspiel gegen den Tabellenfüher TSV Bonn rrh. führte der TV „Jahn“ Köln-Wahn sechs Minuten vor der Schlusssirene mit 21:16 und war ganz nah dran an der großen Überraschung des 11. Spieltags, um am Ende tatsächlich noch das Feld als Verlierer zu verlassen. Nach der 22:23 (11:11)-Heimniederlage herrschte bei Verantwortlichen, Spielern und Anhängern der Wahner allgemeine Fassungslosigkeit.

Während der Spitzenreiter sein Glück kaum fassen konnte und ausgelassen im Kreis tanzte, kauerten die Spieler von Trainer Stefan Filip desillusioniert auf Holzbänken. 54 Minuten lang hatten die Porzer so gut wie alles richtig gemacht, vor allem in der Abwehr – auch dank des vorzüglichen Gerrit Kolbe im Tor – eine starke Vorstellung gezeigt, dem Ligaprimus einen leidenschaftlichen Kampf geboten und zwischenzeitlich mit bis zu fünf Treffern geführt. Dann spielte Bonn alles oder nichts und stellte auf offene Manndeckung um, die die Wahner völlig aus dem Tritt brachte. Das Filip-Team leistete sich einen haarsträubenden Fehler nach dem anderen, kassierte einen unglaublichen 0:6-Lauf und lag zum Entsetzen der lange Zeit euphorischen 150 Zuschauer plötzlich mit 21:22 im Hintertreffen. Markus Filp glich 30 Sekunden vor dem Ende zwar zum 22:22 aus, mit dem letzten Angriff in diesem Spiel erkämpfte sich der TSV jedoch noch einen Siebenmeter, den Hans-Günther Labes mitten ins Wahner Herz hinein zum bitteren 22:23-Endstand verwandelte.

Natürlich müssen sich die Blau-Weißen vorwerfen lassen, dass sie einen Fünf-Tore-Vorsprung kurz vor dem Ende niemals aus der Hand geben dürfen – auch nicht gegen den Spitzenreiter, der im Verlauf der zweiten Halbzeit in David Röhrig und Thomas Onnebrink sogar noch seine beiden wichtigsten Spieler verletzungsbedingt verlor. Natürlich wäre mit Blick auf den Spielverlauf (5:4, 8:6, 16:12, 20:15, 21:19) ein Sieg dennoch verdient gewesen, der angesichts des Abrutschens auf den elften Tabellenplatz nicht nur für das Selbstvertrauen, sondern auch für das Punktekonto sehr wichtig gewesen wäre. Und natürlich wird es jetzt nicht einfach, die Mannschaft nach diesem emotionalen Tiefschlag schnell wieder aufzurichten. Aber es muss und es wird weitergehen.

Was Hoffnung macht: Auf vieles, was der „Jahn“ gegen Bonn zeigte, lässt sich aufbauen, da es gut bis sehr gut war. Das sollte und darf – trotz aller finaler Enttäuschung – nicht in Vergessenheit geraten. Gelingt es der Mannschaft, an die 54 starken Minuten anzuknüpfen, wird sich das sportliche Schicksal auch wieder zu Gunsten der Wahner wenden. Vielleicht schon am kommenden Samstag (17.30 Uhr) bei der HSG Siebengebirge-Thomasberg II. Es trafen: Michael Siebert (7), Benjamin Jäger (4), Tim Schmitz (3/1), Christian Gerwe (3/1), Alexander Busche (2), Markus Filp (2) und Christopher Busche (1).

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Weitere Spielbilder von Frank Nürnberger: http://www.flickr.com/photos/franky1st/sets/72157638249507236/

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