Wahn 1: Die Festung gestürmt

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Der TV „Jahn“ Köln-Wahn ist zurück an der Tabellenspitze der Handball-Verbandsliga. In einem hochklassigen und an Dramatik kaum noch zu überbietenden Topspiel setzte sich der „Jahn“ beim bisherigen Tabellenführer MTV Köln hauchdünn mit 27:26 (14:15) durch und kletterte im Tableau an den Mülheimern vorbei auf Platz eins. „Ein Riesen-Kompliment an die gesamte Mannschaft. Das war ganz stark“, jubelte das Wahner Trainergespann um Keno Knittel und Jan-Heiner Lück, das nach der Schlusssirene fertig mit den Nerven war.

450 frenetische Zuschauer sorgten das gesamte Spiel über für ohrenbetäubenden Lärm und verwandelten die „Festung Blaue Halle“ in einen Hexenkessel. Es war so laut, dass man weder Hallensprecher Robert Evers noch die Anweisungen der Spieler und Trainer auf dem Feld verstehen konnte. Mit ihren 150 mitgereisten Fans im Rücken (Knittel: „Sie haben uns sensationell unterstützt“) hielt der „Jahn“ von Beginn an voll dagegen. „Es war ein emotionales, hitziges und kampfbetontes, aber nicht unfaires Derby“, meinte Lück.

Die erste Halbzeit verlief bei wechselnden Führungen völlig ausgeglichen. „Beiden Mannschaften war deutlich anzumerken, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten“, sagte Lück. Und so wurde jeder Treffer lautstark bejubelt. Die 4:3-Führung für Wahn durch Kapitän Christopher Busche (7.) konterte der MTV um Rückraumshooter Marian Dahlke zum 7:5 (13.) und 13:11 (24.), ehe die Gäste das Blatt durch Benjamin Jäger (2) und Christopher Busche zum 13:14 erneut wendeten. Zur Pause – die Gastgeber lagen knapp mit 15:14 vorne – war in diesem intensiven Gipfeltreffen keinerlei Tendenz erkennbar.

Den besseren Start in den zweiten Durchgang erwischten die Porzer, die MTV-Spielmacher Bastian Willcke nun besser im Griff hatten und beim 19:18 (Grischa Arndt/37.) erstmals wieder führten. Als Benjamin Jäger und Christopher Busche zum 21:18 nachlegten (40.), schien der TVW Oberwasser zu bekommen. „Absetzen konnten wir uns aber nicht“, erklärte Lück. Und so blieb es unfassbar spannend und eng, kurzum: Diese Partie bot einfach alles, was man sich für solch ein Derby nur wünschen kann. Lars Branding hielt seine Farben bis zehn Minuten vor Schluss zwar in Front (23:21/49.). Doch dann setzten die Mülheimer zu einem fulminanten 5:0-Lauf an und sahen bei eigener Drei-Tore-Führung (26:23/55.), doppelter Überzahl und einer Roten Karte gegen den Wahner Michael Duttle eigentlich wie der sichere Sieger aus.

Wahn gab sich aber nicht geschlagen. Knittel und Lück beantragten eine Auszeit und stellten ihre Deckung auf eine offensivere 4:2-Formation mit Manndeckungen gegen Bastian Willcke und Marian Dahlke um. „Dagegen hat der MTV keine Lösung gefunden und Nerven gezeigt“, sagte Lück, der seinem Team wie schon in der Vorwoche beim späten Sieg über Dünnwald eine „riesige Moral“ bescheinigte. Eigentlich kaum zu glauben, aber wahr: Den Wahnern gelang es tatsächlich, in den letzten fünf Minuten kein Gegentor mehr zu kassieren. Das war die Basis für die sensationelle Aufholjagd. Linkshänder Jörn Klinnert per Doppelpack sowie Benjamin Jäger glichen zum 26:26 (59.) aus. Sieben Sekunden vor dem Ende war es erneut Klinnert, der mit dem dritten Punch nach seiner Einwechslung für den 27:26-Sieg sorgte.

Den folgenden Gegenstoß unterband Tim Schmitz auf Kosten einer Roten Karten. MTV-Coach Karsten Bohmann-Hesse reagierte mit einer Auszeit und besprach mit seinem Team das Vorgehen für die letzten vier Sekunden. Den Plan, über die rechte Seite auf Felix Jahn abzuräumen, wurde von Michael Siebert durchschaut, der den Ball ins Seitenaus spitzelte. Es folgten unbeschreibliche Jubelszenen auf dem Spielfeld sowie auf der Zuschauertribüne.

Ein Kompliment gebührt allerdings auch der Mannschaft des MTV, die ihren Anhang trotz der ersten Heimniederlage in dieser Saison mit einer tollen Leistung fast bis zum Ende begeisterte. „Ein Unentschieden“, meinte Lück, „wäre deshalb das gerechte Ergebnis gewesen.“ Das sah auch sein Kollege Keno Knittel so, der von einem „Derby auf Augenhöhe mit ganz merkwürdiger Schlussphase“ sprach. „Dass Michael Duttle trotz eines ausgekugelten Fingers weiterspielte, war sinnbildlich für die Einstellung der gesamten Mannschaft.“

Statistik:

Tore MTV Köln: Felix Jahn (6), Marian Dahlke (5), Jannis Johannmeier (4), Joscha Rinke (4), Bastian Willcke (4/2) und Michel Kalisch (3/1).

Tore TV „Jahn“ Köln-Wahn: Michael Duttle (5), Benjamin Jäger (5/4), Michael Siebert (4), Lars Branding (4), Christopher Busche (4), Jörn Klinnert (3) und Grischa Arndt (2).

Spielverlauf: 2:2 (5.), 6:4 (10.), 8:7 (15.), 10:9 (20.), 13:12 (25.), 15:14 (HZ) // 18:17 (35.), 18:21 (40.), 21:21 (45.), 22:23 (50.), 26:23 (55.), 26:27 (Ende).

Zuschauer: 450.

Weitere Spielbilder von Marcel Fromme unter:

https://www.flickr.com/photos/marcelfromme/sets/72157649545345401/

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