Sportliche Neuausrichtung zur Saison 2020/2021

Die Herren-Handball-Abteilung des TV „Jahn“ Köln-Wahn richtet sich in Zeiten der Coronakrise sportlich neu aus.

Die bisherige 2. Mannschaft wird in der Saison 2020/2021 zur neuen 1. Mannschaft und in der Verbandsliga (6. Liga) starten. Punktuell verstärkt wird das Team durch verbleibende Spieler der bisherigen 1. Mannschaft aus der Regionalliga Nordrhein (4. Liga).

Zwei Ziele stehen dabei im Vordergrund: Nach dem Durchmarsch von der Kreisliga in die Verbandsliga soll die aus vielen jungen Eigengewächsen bestehende bisherige 2. Mannschaft auch in der Verbandsliga sportlich Fuß fassen. Zudem sollen die aufstrebenden Talente über die Verbandsliga schrittweise auf einen möglichen Sprung in die Oberliga (5. Liga) vorbereitet werden, für die der TV „Jahn“ Köln-Wahn für die Spielzeit 2021/2022 ein Startrecht besitzt.

Mit Cheftrainer Thomas Radermacher, Co-Trainer Benjamin Sprengel, dem spielenden Torwarttrainer Gerrit Kolbe sowie Athletiktrainer Sebastian Kruszelnicki steht für diese Aufgabe ein sehr kompetentes, hochmotiviertes und breit aufgestelltes Trainerteam zur Verfügung.

Die bisherige 3. Mannschaft startet in der kommenden Saison unverändert in der 1. Kreisklasse Köln/Rheinberg. Für das Folgejahr ist eine Rückkehr zu drei Herren-Mannschaften eine Option.

Abteilungsleiter Tobias Carspecken erläutert die Neuausrichtung:

„Wir haben in den vergangenen Wochen das persönliche Gespräch mit all unseren Partnern gesucht, um abzuklären, in welchem Umfang sie von der Coronakrise betroffen sind. Trotz zahlreicher positiver Rückmeldungen gibt es leider auch mehrere Förderer, bei denen die aktuelle Situation deutliche Spuren hinterlässt. In ganz massiver Weise betroffen ist beispielsweise unser Hauptsponsor, der Köln Bonn Airport, weil die Corona-Pandemie den Passagierverkehr weltweit praktisch zum Erliegen gebracht hat.

Die Teilnahme an der Regionalliga Nordrhein war in den vergangenen vier Jahren eine sportlich sehr spannende Zeit. Uns mit den besten Viertligisten der Landesverbände Mittelrhein und Niederrhein messen zu können, hatte einen großen Reiz. Dass wir in unserem ersten Regionalliga-Jahr punktgleich mit dem Vizemeister den dritten Tabellenplatz belegt und anschließend dreimal in Folge den Klassenerhalt geschafft haben, war gerade ob unserer besonderen Rahmenbedingungen ein riesiger Erfolg, auf den wir stolz sein dürfen. Denn neben einem im Vergleich zu anderen Regionalliga-Clubs reduziert möglichen Trainingsumfang stand für die Erledigung der täglichen Vereinsarbeit lediglich ein sehr kleines Helferteam zur Verfügung, das sich extrem aufgeopfert hat.

Den für die Regionalliga Nordrhein notwendigen Mindestetat auf die Beine zu stellen, war für uns alljährlich mit großen finanziellen Kraftanstrengungen verbunden, bei denen uns auch der Hauptverein maßgeblich unterstützt hat. Dass dies in dieser allgemein sehr schwierigen Zeit nicht mehr in der bisherigen Form möglich sein wird, ist absolut verständlich. Ebenso wie die Tatsache, dass potentielle neue Förderer der Gesamtsituation geschuldet derzeit vorsichtig und abwartend agieren.

Hinzu kommen viele Fragen, die für Sportvereine aktuell kaum zu beantworten sind und die die wirtschaftliche und sportliche Planung zusätzlich erschweren. Insbesondere diese:

  • Wann und unter welchen behördlichen Vorschriften kann ein reguläres (Mannschafts-)training gerade in einer Vollkörperkontaktsportart wie Handball tatsächlich wieder risikofrei aufgenommen werden?
  • Kann die Meisterschaftssaison 2020/2021 zum Zeitpunkt Ende August starten, wie es der Handball-Verband Mittelrhein anvisiert?
  • Oder muss die Spielzeit bei einem verspäteten Start verkürzt werden? Und wenn ja: Wie hoch wäre der Einnahmeausfall bei weniger stattfindenden Heimspielen, als im ursprünglichen Rahmenspielplan angesetzt?
  • Können alle Förderer ihre Zusagen auch bei einer möglichen zweiten Infektionswelle und der Rücknahme von Lockerungen noch halten?
  • Welche finanziellen Herausforderungen kommen bei der Umsetzung eines Hygienekonzeptes zur Durchführung des Trainings- und Spielbetriebs künftig auf Sportvereine zu?
  • Und: Müssen Sportvereine, die ohnehin seit Jahren mit einem Mitgliederrückgang zu kämpfen haben, durch die Coronakrise und den zum Erliegen gekommenen Trainings- und Spielbetrieb mit weiteren Austritten von Mitgliedern rechnen? 

Aus all diesen Gründen und Unwägbarkeiten halten wir die sportliche Neuausrichtung für den richtigen und gerade in der aktuellen Zeit auch weitaus nachhaltigeren Weg. Dieser bietet unserer Abteilung zudem eine große Chance, weil wir im Herrenbereich inzwischen wieder über viele eigene Talente verfügen, die das Handballspielen in unserem Verein erlernt haben und die mit dem Gewinn der Mittelrheinmeisterschaft als A- und B-Jugendliche bereits im Nachwuchsbereich auf sich aufmerksam machen konnten.

Dennoch wollen wir die sportliche Neuausrichtung behutsam angehen und nichts überstürzen. Deshalb haben sich die sportlich Verantwortlichen einstimmig dafür entschieden, die nach dem coronabedingten Saisonabbruch erst über das Nachrückerverfahren in die Verbandsliga aufgestiegene junge 2. Mannschaft nicht bereits zur Spielzeit 2020/2021 in die Oberliga hochzuziehen, sondern sie zunächst in der Verbandsliga weiter zu entwickeln.

Wir werden auch in Zukunft sportlich ambitioniert und voller Tatendrang arbeiten, wenn auch vorerst in einer vergleichsweise etwas tieferen Liga. Hierfür rufen wir all unsere Sponsoren, Förderer, Anhänger, Freunde und Helfer zur Unterstützung auf. Wir sind uns sicher: Es wird sich lohnen.“