Schwache zweite Halbzeit

In der Handball-Verbandsliga unterlag der TV Köln-Wahn dem Pulheimer SC nach einer schwachen zweiten Halbzeit mit 18:26 (13:15).

Die erstmals vorgestellte Handballhymne, die sich gut anhört, sollte für neuen Schwung sorgen. Doch was die Mannschaft den treuen Fans vor allem im zweiten Durchgang dargeboten hat, war schon mehr als blamabel.

Mit den Landkölnern gab das Überteam der bisherigen Saison in Wahn seine Visitenkarte ab. Die Gäste hatten bis dato alle ihre Spiele gewonnen und standen so mit einer blütenweißen Weste da, während die Gastgeber in den letzten Begegnungen doch arg enttäuschten und um einiges unter ihren Möglichkeiten geblieben waren. Für viele überraschend, befand man sich daher mitten im Abstiegskampf.

Heuer galt daher kein Hätte, Wenn und Aber. Jeder Einzelne war aufgerufen, endlich einmal sein Leistungspotenzial abzurufen, dies vor allem konstant über die gesamten 60 Minuten. Doch alle guten Vorsätze entpuppten sich lediglich als ein frommer Wunsch, denn es kam noch schlimmer, als man sich das nach dem letzten Heimspiel vorstellen konnte. Lediglich Thomas Wieland im Tor wurde den gehegten Erwartungen voll und ganz gerecht und nur seiner vorzüglichen Leistung war es zu verdanken, dass der PSC nicht schon viel früher die Begegnung zu seinen Gunsten entscheiden konnte.

Dabei hatte man den Primus, der nur schwer ins Spiel fand, im ersten Durchgang durchaus unter Kontrolle. Die Anfangsphase war zerfahren und auch im weiteren Fortgang war die Partie nicht immer sehr schön anzuschauen. Beide Teams mühten sich mehr schlecht als recht. Ihre Angriffsreihen spielten weitgehend uninspiriert. Aber die Gastgeber waren auf niedrigem Niveau auf Augenhöhe und erst durch einen mit dem Halbzeitpfiff verwandelten Siebenmeter-Strafwurf konnten die Gäste erstmals eine Zwei-Tore-Führung für sich verbuchen (13:15). Für Wahn war noch nichts verloren und da die Pulheimer bis hierher alles andere als überzeugend gespielt hatten, durfte man im einheimischen Lager noch hoffen.

Dass diese Hoffnung nicht unberechtigt war, zeigte sich im weiteren Verlauf der Begegnung. Denn obwohl man zwischenzeitlich mit vier Treffern zurücklag (45. Min., 15:19), kämpfte man sich wieder heran und hatte wenige Minuten später die Riesenchance, auf ein Tor zu verkürzen (48. Min., 18:20), die jedoch leider nicht genutzt wurde. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass der TV Wahn damit sein Pulver bereits verschossen hatte und dass er bis zum Abpfiff zu keinem weiteren zählbaren Erfolg mehr kommen würde.

Pulheim brauchte sich in der restlichen Spielzeit nicht sonderlich zu mühen, um zu Treffern zu kommen, denn die Gastgeber, die jetzt total von der Rolle waren, versagten kollektiv. Thomas Wieland ist hier ausgenommen. Ganze fünf Tore erzielte die Mannschaft im zweiten Durchgang, das ist wahrhaft unterirdisch. In der Schlussphase ergab man sich ohne nennenswerte Gegenwehr, fügte sich dann in sein vermeintliches Schicksal und wurde vom Tabellenführer fast gedemütigt.

Tore für den TV Wahn: Bosnjak (5), Jäger (5/4), Sümercan (3), Filp (2), Dolinski (2), Siebert (1).

Spielstände: 3:1 (7.), 7:6 (15.), 11:11 (25.), 15:19 (45.), 18:20 (49.), 18:23 (55.).

Karl Blank