Schmerzhafte Niederlage

Es hat nicht sollen sein: Trotz der großartigen Unterstützung von rund 70 mitgereisten Anhängern, von denen die meisten in einem extra gecharterten Fanbus anreisten, unterlag der TV Köln-Wahn am achten Spieltag der Handball-Oberliga Mittelrhein beim VfR Übach-Palenberg mit 32:37 (14:18). Somit belegt das „Flughafen-Team“ weiterhin den letzten Tabellenplatz, ist aber auf Tuchfühlung zu den rettenden Plätzen. „Die Enttäuschung ist sehr groß, vom andauernden Lob können wir uns nichts kaufen“, erklärte Trainer Stefan Filip, dessen Mannschaft in der entscheidenden Phase zahlreiche Torchancen ungenutzt ließ und die Deckung vernachlässigte.

Die Vorfreude auf dieses Spiel war im Wahner Fanlager immens. Schon vor einem Jahr, als beide Teams noch in der klassentieferen Verbandsliga aufeinander trafen, herrschte in der engen Übacher Sporthalle eine phantastische Stimmung. Dem war auch am vergangenen Samstag so: Rund 300 Zuschauer sorgten für eine einmalige Atmosphäre und für die vermutlich beste Stimmung, die bei einem Oberliga-Spiel in den letzten Jahren geherrscht hat. Erfreulich war, dass die Stimmung vor, während und nach dem Spiel friedlich war, was sicherlich auch ein Verdienst der massiven Ordner-Präsenz auf beiden Seiten war. Beide Fanlager unterstützten ihre Mannschaft vorbildlich.

Dass nach der Schlusssirene allerdings der gastgebende VfR mit seinen Fans den „Humba“ zelebrieren durfte, war für den TV Wahn nach diesem Spielverlauf besonders bitter. Nachdem die Porzer in einer völlig verschlafenen ersten Halbzeit zwischenzeitlich schon mit acht Toren im Hintertreffen lagen, bliesen die Filip-Schützlinge im zweiten Durchgang zur großen Aufholjagd.

Binnen vier Minuten drehte Wahn das Spiel und machte aus einem 14:18-Pausenrückstand eine 19:18-Führung. Wichtig für die Gäste war, dass sich der reaktivierte Gordon Rastuttis als sicherer Siebenmeterschütze erwies. Über 22:22 (40.), 24:24 (45.) und 27:27 (50.) blieb das temporeiche Spiel bei ständig wechselnder Führung bis kurz vor Schluss ausgeglichen, ehe die Gäste Nerven zeigten und gleich dreimal die Chance zur Führung vergaben.

Fehler, die für die Filip-Schützlinge nicht unbestraft blieben. Übach zog unter dem lautstarken Jubel seiner Fans auf 33:30 (55.) davon und fuhr am Ende zwei – aufgrund der überlegen geführten ersten Halbzeit – verdiente Punkte ein. „Jahn“ Wahn hingegen blieb trotz einer kämpferisch vorbildlichen Darbietung einmal mehr nur das Lob vom Gegner.

Am kommenden Samstag (19 Uhr, Albert-Schweitzer-Straße) empfängt der TV Wahn zum kölschen Oberliga-Derby den Tabellensechsten Dünnwalder TV. Die Wahner Mannschaft hofft auch in dieser Partie auf die zahlreiche und lautstarke Unterstützung ihrer Anhänger – denn aus der sportlich schwierigen Situation kommt das Team nur heraus, wenn alle an einem Strang ziehen.

Für den TV Köln-Wahn trafen: Gordon Rastuttis (9/8), Tim Fuhrmann (8), Michael Siebert (5/2), Benjamin Jäger (4), Florian Butscheid (3), Christopher Busche (2) und Markus Filp (1).

Tobias Carspecken