Karneval in Königswinter

HSG Siebengebirge-Thomasberg – TV Köln-Wahn 25:31

Kaum zu glauben, aber wahr: Ausgerechnet bei der HSG Siebengebirge-Thomasberg, dem bis dato ungeschlagenen Tabellenführer der Oberliga Mittelrhein, gelang den Handballern des TV Köln-Wahn der erste Saisonsieg. Mit 31:25 (15:8) behielt das „Flughafen-Team“ nach einer starken Vorstellung verdient die Oberhand und sorgte für Riesen-Jubel bei den rund 60 mitgereisten Fans, die ihre Mannschaft wieder einmal lautstark unterstützten und für Heimspielatmosphäre in der Oberpleiser Sporthalle sorgten. „Ich freue mich sehr für die Mannschaft und Fans und hoffe, dass dieser Sieg Motivation und Auftrieb für die nächsten Aufgaben gibt“, erklärte Abteilungsleiter Bernd Liberka. Auch Trainer Stefan Filip stand nach dem phänomenalen Sieg in seiner Heimat und ehemaligen Wirkungsstätte die Erleichterung ins Gesicht geschrieben: „Kompliment an meine Mannschaft. Wir haben mit Leidenschaf gekämpft und hatten Feuer im Spiel.“

Wie sehr die ersten fünf verlorenen Saisonspiele die Psyche der jungen Wahner Mannschaft belastet hatten, zeigte sich nach der Schlusssirene, als sich das Team wild jubelnd in den Armen lag, zusammen im Kreis hüpfte und sich anschließend mit einem kräftigen „Humba“ von den Fans feiern ließ. Nicht erst bei diesen herrlichen Jubelszenen waren sich die mitgereisten Wahner Anhänger den verdutzten Blicken der einheimischen Zuschauer sicher.

Dass es so weit erst kommen konnte, oder besser gesagt: kommen durfte, lag in der konsequenten Chancenverwertung und der sicher stehenden Defensive des „Flughafen-Teams“ begründet. Der TV Wahn präsentierte sich im Vergleich zu den bisherigen Saisonspielen wie ausgewechselt. Das Angriffsspiel würde flüssig und konzentriert vorgetragen, und in der Defensive hielten sich alle Wahner Spieler an die Anweisungen ihres Trainers, der sein Team hervorragend eingestellt hatte.

Die beiden Torhüter Thomas Wieland und Sascha Lobien erwischten einen hervorragenden Tag und stellten einen sicheren Rückhalt dar; Michael Siebert und Florian Butscheid stachen insbesondere durch starke Defensivleistungen hervor; Tom Kulik sorgte im Rückraum für Druck; Benjamin Jäger präsentierte sich als sicherer Strafwurfschütze; Markus Filp gelang bei fast jedem seiner Würfe ein Treffer; Tim Fuhrmann, der bislang häufig auf sich alleine gestellt war, bekam endlich die nötige Entlastung; Max Huckauf zeigte sich in der Offensive mit dem nötigem Biss und auch Youngstar Christopher Busche konnte sich in die Torschützenliste eintragen – kurzum: es passte einfach alles.

Von Beginn an präsentierten sich die Gäste hellwach und lagen im gesamten Spiel lediglich zweimal im Rückstand. Bis zum 5:5 (15.) gestaltete sich das Spiel ausgeglichen, ehe der TV Wahn das Heft in die Hand nahm und bis zur Pause einen sensationellen Vorsprung von sieben Toren herauswarf. Mit Spannung war dann zu erwarten, wie sich die HSG Siebengebirge-Thomasberg im zweiten Abschnitt präsentieren würde. Würden die Gastgeber zur großen Aufholjagd blasen und den TV Wahn noch einmal in Bedrängnis bringen?

Die Antwort lautete: nein. Die Gäste knüpften an ihren konzentrierten Auftritt aus dem ersten Abschnitt an und ließen die HSG gar nicht erst zur Entfaltung kommen. Über 19:14 (40.) und 24:15 (50.) wurden die Gastgeber auf Distanz gehalten. Seinen größten Vorsprung warf der TV Wahn in der 54. Minute heraus, als die Filip-Schützlinge mit 27:17 in Front lagen.

Die restlichen Minuten waren geprägt von kollektivem Jubel. Schon in der Schlussminute tanzten die Wahner Ersatzspieler auf der Auswechselbank umher, auf den Rängen feierten die Fans frühzeitig Karneval. Es war also alles angerichtet für eine lange Partynacht in Wahn…

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Für den TV Köln-Wahn trafen: Benjamin Jäger (10/6), Markus Filp (5), Tim Fuhrmann (4), Florian Butscheid (4), Max Huckauf (3), Tom Kulik (2), Michael Siebert (2) und Christopher Busche (1).

Tobias Carspecken