Interview mit Lars Fabisch

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Lars Fabisch ist seit Saisonbeginn Trainer der 2. Handball-Herren-Mannschaft des TV „Jahn“ Köln-Wahn. Sein Einstand verlief perfekt – die ersten sieben Spiele konnten allesamt gewonnen werden. Im Interview spricht der 34-Jährige über die Gründe für den aktuellen Höhenflug, seine Aufgabe, aufrückende Jugendspieler im Herrenbereich zu integrieren, und das Vereinsleben im TV Wahn.

Lars, die ersten sieben Spiele hätten – was die Ergebnisse betrifft – nicht besser verlaufen können. Mit 14:0 Punkten geht unsere 2. Mannschaft als Tabellenführer in die Herbstpause und ist zudem das einzige noch verlustpunktfreie Team der 1. Kreisklasse. Hast du als Trainer – trotz der sehr gelungenen Saison-Vorbereitung – ernsthaft mit einem solch perfekten Start gerechnet

Lars Fabisch: Nein, mit einem solch perfekten Saisonstart habe ich nicht gerechnet. Insgeheim hatte ich aber gehofft, dass wir gut aus den Startlöchern kommen werden. Ich bin sehr froh, dass wir die sehr guten Leistungen aus der Vorbereitung auch im Ligabetrieb bestätigen konnten. Dass wir eine 14:0-Serie hinlegen, habe ich allerdings nicht zu träumen gewagt.

Nach drei deutlichen Auftaktsiegen stand am 4. Spieltag bei der SG MTVD die erste echte Standortbestimmung auf dem Programm. Danach folgte direkt das nächste Topspiel gegen die bis dato noch verlustpunktfreie HSG Refrath/Hand. Was hat den Ausschlag gegeben, dass deine Mannschaft auch in den direkten Verfolgerduellen die Nase vorn hatte?

Lars Fabisch: Der Schlüssel zum Erfolg gegen die direkten Konkurrenten lag ohne Frage in unserem starken Defensivverbund. In den beiden Topspielen haben wir insgesamt nur 38 Gegentore kassiert. Zudem ist es uns gelungen, über die gesamte Spielzeit die Konzentration aufrecht zu halten und die eigenen Fehler auf ein Minimum zu reduzieren. Dass wir nebenbei über genügend Durchschlagskraft in der Offensive verfügen, steht außer Frage.

Wenn man einen Blick auf die Ergebnisse wirft, dann könnte man meinen, dass bislang alles problemlos verlaufen ist. Es gab allerdings auch schon Rückschläge zu verkraften. Tim Fuhrmann, im Rückraum fest eingeplant, fällt nach einem erneuten Kreuzbandriss langfristig aus. Zudem stand Benjamin Sprengel in den letzten beiden Spielen vor der Herbstpause nicht zur Verfügung. Was macht dein Team derzeit so stark, dass es auch in personellen Notsituationen gewinnt?

Lars Fabisch: Zunächst einmal möchte ich Tim auf diesem Wege – auch im Namen der gesamten Mannschaft – die besten Genesungswünsche zukommen lassen. Die schwerwiegende Verletzung ist äußerst tragisch. Tim wird uns nicht nur in sportlicher Hinsicht fehlen. Um auf die Frage zurück zu kommen: Wir verfügen über einen großen Kader mit vielen leistungsstarken Spielern, die das Fehlen etwaiger Leistungsträger kompensieren konnten. Generell muss man den sogenannten „Ergänzungsspielern“ ein großes Kompliment machen. Gerade in den beiden zurückliegenden Partien, in denen wir personell nicht aus den Vollen schöpfen konnten, hatten diese Spieler großen Anteil an unseren Siegen. Das macht uns für den Gegner natürlich schwer ausrechenbar.

Du betonst immer wieder, dass es trotz der Tabellenführung genügend Verbesserungspotential gebe. In welchen Bereichen siehst du konkret Luft nach oben?

Lars Fabisch: In erster Linie sehe ich Verbesserungsbedarf im Tempogegenstoß. Hier könnten wir, ohne großen Aufwand betreiben zu müssen, viele leichte Tore erzielen. Über genügend schnelle Spieler verfügen wir ja auf jeden Fall. Und den punktgenauen Pass können auch genügend Spieler an den Mann bringen. Dahingehend hat sich aber gerade in den letzten beiden Spielen eine Besserung abgezeichnet. Des Weiteren halte ich unser Überzahlspiel für ausbaufähig. Hier fehlten zwischenzeitlich die Cleverness und die Geduld, auf die hundertprozentige Abschlussmöglichkeit zu warten.

Ein Ziel dieser Saison ist auch, Jungspieler durch Einsätze in der 2. Mannschaft langsam an den Herrenbereich heranzuführen. Mit Marc-Tuan Keller gab beim 28:26-Sieg gegen Brühl/Wesseling ein 17-Jähriger seinen Einstand in der 2. Mannschaft und gefiel auf Anhieb; ab November stößt mit Luca Mittendorf ein weiteres Nachwuchstalent dazu. Worauf achtest du bei der Integration von Jungspielern besonders?

Lars Fabisch: Wichtig ist, dass wir die Jungs behutsam an den Seniorenbereich heranführen und sie nicht „verheizen“. Man darf nicht vergessen, dass Marc-Tuan und Luca primär Jugendspieler sind, deren körperliche und spielerische Entwicklung noch nicht vollends abgeschlossen ist. Auch die etwas härtere Gangart im Seniorenbereich wird anfänglich mit Sicherheit noch etwas gewöhnungsbedürftig für sie sein. Bei der Integration können sie sich aber auf jeden Fall der Unterstützung der gesamten Mannschaft gewiss sein, die auch Fehler verzeihen wird. Wenn die Jungs dann noch den Spaß am Handballspielen beibehalten, bin ich guter Dinge, dass sie uns in Zukunft tatkräftig unterstützen können.

Nach der Herbstpause stehen mit dem HGV Hürth-Gleuel II und TSV Bayer Dormagen IV zwei vermeintlich lösbare Aufgabe auf dem Programm. Auf was wird dein Team in diesen Spielen besonders achten müssen?

Lars Fabisch: Ich warne eindringlich davor, die Spiele gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenregion als Selbstläufer zu betrachten. Die Tatsache, dass wir der derzeitige ungeschlagene Tabellenführer sind, kann bei den vermeintlichen Underdogs zusätzliche Motivation freisetzen, uns die erste Niederlage beizubringen. Wenn wir allerdings nach den letzten Leistungen ähnlich gut und konstant agieren, haben wir aber auch hier sehr gute Chancen, diese Spiele siegreich zu gestalten. In erster Linie werden diese Partien eine reine Kopfsache sein.

Du bist Anfang des Jahres aus beruflichen Gründen von Hagen nach Wahn gezogen und trägst seit Saisonbeginn die sportliche Verantwortung für die 2. Mannschaft. Wie hast du das Vereinsleben im TV Wahn in deinen ersten Monaten wahrgenommen?

Lars Fabisch: Das Vereinsleben im TV Wahn ist absolut faszinierend. Das Zusammengehörigkeitsgefühl, nicht nur innerhalb unserer Mannschaft, ist beeindruckend. Zudem habe ich im Anschluss an unsere Spiele bei zahlreichen Gesprächen auf der Tribüne eine große Verbundenheit zum Verein festgestellt. Die gute Stimmung, insbesondere bei den Spielen der 1. Mannschaft, ist einmalig. Es macht mir großen Spaß, ein Teil dieses Vereins sein zu dürfen.

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„Das Vereinsleben im TV Wahn ist faszinierend“

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