Hochverdienter Heimsieg

In der Handball-Verbandsliga setzte sich der TV Köln-Wahn gegen den CVJM Oberwiehl ungefährdet mit 32:29 (18:11) durch.

Unterschiedlicher kann sich eine Mannschaft in den beiden Halbzeiten nicht präsentieren. Im ersten Durchgang zeigte das Team der Gastgeber richtig gut anzusehenden Powerhandball, während es nach dem Seitenwechsel durch einige Unzulänglichkeiten zum Teil von einer Verlegenheit in die andere fiel.

Spielertrainer Robert Bosnjak musste einmal mehr ohne Drei auskommen, denn Florian Butscheid, Tim Fuhrmann und Sasa Vukoje standen auch dieses Mal nicht zur Verfügung. Aber das fiel zunächst überhaupt nicht auf, denn man legte los wie die Feuerwehr. Markus Filp knüpfte in der Anfangsphase mit schnellen Toren an sein Spiel vom letzten Wochenende an und der Abwehrverband stand dieses mal wie ein Bollwerk, vor allem auch der Mittelblock, so dass Thomas Wieland im Tor eher selten eingreifen musste. Die Dominanz, die der TV Wahn vor allem in den ersten 20 Minuten ausübte, war schon frappierend und so nicht zu erwarten gewesen.

Die Mannschaft zeigte eindrucksvoll, wer Herr im Haus ist. Sie spielte mit den Oberbergischen teilweise Katz und Maus. Diese kamen kaum dazu, einmal richtig Luft zu holen. Die Kampfbereitschaft, die Spielfreude und das unbedingte Wollen der Mannschaft waren bis hoch auf die Tribüne zu spüren. Die hohe 14:5-Führung in der 19. Spielminute spiegelte den Spielverlauf treffend wider. Ein kleines Zwischenhoch bescherte den Gästen vorübergehend eine Resultatsverbesserung, als sie durch drei Tore in Folge auf 14:8 verkürzen konnten (24.). Doch die Wahner schlugen zurück. In Unterzahl spielend erzielten sie zwei Treffer und erhöhten so zum Pausenstand von 18:11. Bis zur 30. Minute hatten die Bosnjak-Schützlinge vieles richtig gemacht. Ihr Spiel war wirklich gut anzuschauen und sie hatten ihren treuen Anhängern bis dahin sehr viel Freude bereitet.

Leider konnten die Gastgeber den zweiten Durchgang nicht ähnlich ansehnlich und erfolgreich gestalten. Dies lag auch an den Gästen, die sich keineswegs vorzeitig geschlagen geben wollten und mit Herzblut und Leidenschaft zu einer Aufholjagd ansetzten. Doch zunächst behaupteten die Einheimischen noch ihren Vorsprung und bis zur 41. Minute (22:15) waren sie noch gut in der Erfolgsspur. Aber dann begannen bei ihnen anscheinend die Hände zu zittern. Sie fanden jetzt zu oft nicht den eigenen Mitspieler oder sie schlossen nur unzulänglich ab.

Der CVJM nutze diese Schwäche und kam durch couragiertes Spiel bis zur 51. Spielminute bis auf zwei Tore (25:23) heran. Die Partie drohte zu kippen. Aber die Wahner fingen sich jetzt und fünf Minuten vor dem Abpfiff führten sie wieder sicher mit fünf Toren (29:24). Den tapfer kämpfenden Gästen war ob ihrer bravourösen Aufholjagd etwas die Puste ausgegangen. Auch eine von ihnen in den letzten zweieinhalb Spielminuten praktizierte Ganzfeldpresse zeitigte keinen durchgreifenden Erfolg mehr, sodass die Gastgeber ihren zweiten Heimsieg mit 32:29 sicher unter Dach und Fach bringen konnten.

Auf Thomas Wieland im Tor war auch in dieser Begegnung wieder Verlass und Christopher Busche erwies sich treffsicherer Siebenmeter-Schütze. Thorsten Dolinski sorgte vor dem Pausentee für viel Furore und war von den Gästen kaum zu halten. Erfolgreichster Angreifer war Linksaußen Michael Siebert, der mit seinen neun Treffern zum Most-Value-Player avancierte. Im Vergleich zur Vorwoche war bei den Gastgebern im spielerischen Bereich – vor allem im ersten Durchgang – eine deutliche
Leistungssteigerung zu erkennen.

Die gut leitenden Schiedsrichter pfiffen im zweiten Durchgang vielleicht etwas zu kleinlich und verhängten in der eigentlich fairen Begegnung viele Zeitstrafen, denen in keinem Fall ein bösartiges Foul voraus ging.

Torfolge: 4:1 (8.), 8:2 (13.), 14:5 (19.), 14:8 (24.), 16:9 (27.), 18:11 (30.) – Halbzeit – 20:13 (35.), 22:15 (41.), 23:19 (46.), 25:23 (51.), 29:24 (55.), 30:26 (57.), 32:29 (60.).

Tore: Michael Siebert (9), Thorsten Dolinski (6/2), Robert Bosnjak (5), Markus Filp (5), Chistopher Busche (5/4), Benjamin Jäger (1), Daniel Esser (1).

Karl Blank

Bilder vom Spiel von Thomas Schmidt:

http://flickr.com/photos/df8kk/sets/72157607148150294/