Heimspiel zum Rückrundenstart

Zum ersten Meisterschaftsspiel im neuen Jahr empfangen die Landesliga-Handballer des TV „Jahn“ Köln-Wahn am Samstag, 9. Januar, den CVJM Oberwiehl II. Anwurf in der Großsporthalle Wahn (Albert-Schweitzer-Straße) ist um 19.30 Uhr.

Nach der knappen 20:21-Hinspielniederlage sinnt das Team von Trainer Torsten Tietgen in eigener Halle auf Revanche. Bei diesem Vorhaben fallen jedoch zahlreiche Spieler aus; personelle Alternativen stehen kaum zur Verfügung.

Vor dem Rückrundenstart spricht Torsten Tietgen über den Verlauf der Hinrunde, die zwei Gesichter seines Teams und Ziele für die Rückrunde.

„Wir müssen dem Gegner unser Spiel aufzwingen“

Torsten, mit 13:13 Punkten stehen wir nach Abschluss der Hinrunde auf dem sechsten Tabellenplatz. Wie fällt dein Fazit der Hinrunde aus?

Torsten Tietgen: Letzten Endes können wir trotz der großen Verletztenliste mit der Punkteausbeute der Hinrunde nicht zufrieden sein. Abgesehen von dem Spiel gegen Rheindorf haben wir uns immer selber geschlagen und uns leider viel zu oft dem Spielniveau des Gegners angepasst. Schwache Gegner wie den TV Wallefeld und die Zweitvertretung der HSG Marienheide/Müllenbach haben wir durch eine fehlende kämpferische Einstellung und eine unsagbar hohe Fehlerquote – vor allem im Angriff – stark gespielt. Bei den Spielen gegen die vermeintlich stärkeren Gegner Oberwiehl II, Longerich II, Opladen II und Königsdorf spielten wir hohe und verdiente Führungen heraus, haben es jedoch trotzdem nicht geschafft, den Gegner zu schlagen. Statt den Sack zuzumachen, haben wir durch viele individuelle Fehler und das Verlassen unserer gruppentaktischen Marschrouten den Gegner selber wieder ins Spiel gebracht und dadurch sehr viele unnötige Punkte verloren.

Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang die Verletzungen unserer Rückraumspieler Dominik Heimes, Tim Fuhrmann und Uwe Müller?

Torsten Tietgen: Natürlich spielt gerade der Kreuzbandriss von Dominik Heimes eine große Rolle für den Saisonverlauf. Alleine in den drei Spielen, die er diese Saison leider nur bestreiten konnte, sind ihm 22 Tore gelungen. Sicherlich machen Markus Filp und Benny Blank ihren Job gut, jedoch ist Filp kein gelernter Rückraumspieler und Blank benötigt einfach noch einige Zeit, um sich in unserem Spielsystem zurecht zu finden. Beide können daher die große Lücke im rechten Rückraum, die mit Dominiks Verletzung entstanden ist, momentan leider nicht schließen. Tim Fuhrmann ist einer unserer besten Rückraumspieler. Nicht umsonst warf er in den beiden letzten Spielen die meisten Tore und konnte auch durch seine mannschaftsdienliche Spielweise sowie starke Abwehrleistung überzeugen. Gerade in entscheidenden Situationen hat er uns als „Spielmacher“ gefehlt. Nach den beiden Ausfällen von Dominik und Tim kam uns die Handverletzung von Uwe Müller alles andere als gelegen. Uwe ist im Rückraum variabel einsetzbar und – wenn er seine Nerven im Griff hat – ein exzellenter Handballer dazu. Hoffentlich kuriert er seine Verletzung schnell aus, so dass wir wieder mehr Alternativen im Rückraum haben.

Welche Erkenntnisse hast Du aus den bisherigen Auftritten unserer Mannschaft gewonnen?

Torsten Tietgen: Leider ist unser Spielniveau sehr stark abhängig von der Tagesform. Ich erinnere mich gerne an Spiele gegen Leichlingen, Opladen, Königsdorf oder auch Strombach, in denen meine Mannschaft unter Beweis gestellt hat, was sie zu leisten vermag; ungern erinnere ich mich aber auch an die schlechten Spiele gegen Rheindorf und die Schlusslichter aus Marienheide/Müllenbach sowie Wallefeld, bei denen wir Handball auf Kreisklasseniveau abgeliefert haben.

Unser Team hat ganz offensichtlich zwei Gesichter. Es kann jeden schlagen, aber auch gegen jeden verlieren. Was fehlt, um dauerhaft gute Leistungen abzurufen?

Torsten Tietgen: Wir müssen weiter daran arbeiten, unser Spiel dem Gegner aufzuzwingen, anstatt uns immer anzupassen. Unser Team besteht aus guten Einzelspielern, jedoch fehlt gerade in engen Situationen die gruppentaktische Feinabstimmung. Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir zeitweise verletzungsbedingt wenige Spieler der ersten Sechs im Training hatten und daher in diesem Bereich nur schleppend vorankommen.

Welche Ziele hat sich die Mannschaft für die Rückrunde gesteckt?

Torsten Tietgen: Ich denke, da spreche ich für uns alle, dass wir die Rückrunde dazu nutzen wollen, den Fans, Zuschauern, Offiziellen, aber vor allem uns selber zu beweisen, dass wir guten und attraktiven Handball bieten können.

Was muss sich dafür verbessern? Auf was lässt sich aufbauen?

Torsten Tietgen: Aufbauen lässt sich auf unsere gute Abwehr, die nicht zuletzt durch unsere guten Torhüter die zweitstärkste der Liga ist. Was uns nach wie vor fehlt, ist die Konstanz und der Feinschliff im mannschaftlichen Zusammenspiel. Sollte unsere Verletztenliste in der Rückrunde nicht wieder die Ausmaße des letzten Jahres annehmen, dann bin ich guter Dinge, dass wir auch in diesen Bereichen einige Schritte nach vorne machen.

Am ersten Spieltag mussten wir eine durchaus überraschende Niederlage in Oberwiehl einstecken. Welche Lehren sollten wir aus der damaligen Niederlage gezogen haben, damit uns im heutigen Rückspiel die Revanche gelingt?

Torsten Tietgen: In Oberwiehl haben wir die Aufgabe zu sehr auf die leichte Schulter genommen. Gerade durch die recht guten Ergebnisse unserer Vorbereitung haben wir den Gegner mit seinem zugegebenermaßen brillanten Torhüter unterschätzt. Dieses wird uns in dieser Form mit Sicherheit nicht mehr passieren. Wir müssen heute sehen, dass wir mannschaftlich geschlossen Torchancen herausspielen und vor allem diese auch verwandeln.