Handballer wachen zu spät auf

Mit einer verdienten 24:26 (7:15)-Niederlage im Gepäck kehrten die Landesliga-Handballer des TV „Jahn“ Köln-Wahn von ihrem Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten TuS Königsdorf zurück. Das Team von Trainer Torsten Tietgen präsentierte sich im ersten Halbzeit komplett außer Form, konnte sich nach der Pause aber deutlich steigern.
Die Zuschauer in der Königsdorfer Gerhard-Berger-Halle bekamen zwei grundverschiedene Halbzeiten zu sehen. Im ersten Durchgang dominierten die favorisierten Gastgeber nach Belieben, da Wahn im Angriff nicht stattfand. Von Beginn an lagen die Land-Kölner in Führung und bauten ihren Vorsprung ohne Gegenwehr der Porzer schnell auf 6:2 (10.) und 10:3 (17.) aus. Auch nach einer Auszeit sollte sich keine Besserung im Wahner Offensivspiel einstellen. Nach 27 Minuten hatten die Gäste gerade einmal sechs Tore auf dem Konto, zur Halbzeit waren es mickrige sieben. Königsdorf entschied die ersten 30 Minuten mit 15:7 für sich, die Partie war frühzeitig entschieden.

Immerhin präsentierten sich die Porzer nach dem Seitenwechsel deutlich verbessert. Endlich nahmen die Tietgen-Schützlinge in der Abwehr den Kampf an, und auch der Angriff kam nach langem Anlauf ins Rollen. Als Uwe Müller in der 42. Minute auf 15:18 verkürzte, war Wahn wieder zurück im Spiel. Maßgeblichen Anteil daran hatte der eingewechselte Torwart Marcel Mikolai, der sich durch zahlreiche Paraden auszeichnen konnte. Letztendlich war aber die insgesamt schwache Chancenverwertung ausschlaggebend dafür, dass es dem TV „Jahn“ Köln-Wahn nicht mehr gelang, das schon verloren geglaubte Spiel noch einmal zu wenden. Möglich wäre es jedenfalls gewesen.

Chancen waren genügend dar, nur wurden diese einfach nicht konsequent genutzt – unter anderem verwarfen die Gäste wieder einmal drei Siebenmeter. Hoffnung keimte noch einmal auf, als Michael Siebert und Christopher Busche auf 23:25 verkürzten (58:23 Minuten), mit dem 26:23 im direkten Gegenzug entschied der Aufstiegskandidat, der nach der Pause deutlich abgebaut hatte, aber das Spiel endgültig für sich.

„Wir haben eine sehr schwache erste Halbzeit gespielt, danach aber immerhin Moral bewiesen“, bilanzierte Trainer Tietgen. Nach der erneuten Auswärtsniederlage stehen Wahns Handballer im Heimspiel am Samstag, 27. Februar, gegen den TuS Rheindorf unter Zugzwang. Anwurf in der Großsporthalle Wahn ist wie immer um 19.30 Uhr.

Tore für Wahn: Benjamin Jäger (6), Tim Fuhrmann (5/1), Uwe Müller (5/1), Christopher Busche (3), Felipe Arroyo (2), Daniel Panaitescu (2) und Michael Siebert (1).

Tobias Carspecken