Galavorstellung von Wieland sichert den Sieg

Der TV Köln-Wahn hat das Derby in der Handball-Verbandsliga gegen die SG MTVD mit 22:19 (10:13) gewonnen. Es war der erste Sieg unter der Regie des neuen Trainers Torsten Tietgen.

Eine überragende Vorstellung von Thomas Wieland im Tor sichert den Gastgebern zwei ganz wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Nach fünf mageren Auswärtsspielen in Folge – nur beim Tabellenletzten Brand gab es ein Unentschieden – musste im Stadtderby gegen die SG schlicht und ergreifend ein Sieg her, um die ohnehin schon prekäre Situation nicht noch weiter zu verschlechtern. Denn der letzte Sieg der Mannschaft lag zehn Spiele zurück, als man am 6. Spieltag (18. Oktober 2008) in Niederpleis erfolgreich war.

In dem Bewusstsein, dass im Kampf gegen den Abstieg nur ein Sieg zielführend sein kann, begann die Mannschaft sehr konzentriert. Thomas Wieland im Tor strahlte von Beginn an ganz viel Sicherheit aus. Hinter einer gut agierenden Abwehr entschärfte er souverän die ersten drei Würfe und vorne fanden die Angreifer zunächst das richtige Rezept zum Erfolg. Die 5:1-Führung in der 9. Minute ging daher absolut in Ordnung, auch wenn man das so nicht unbedingt erwarten konnte. Doch dann kam es, wie schon am letzten Wochenende, zu einem Bruch im Spiel. Obwohl Wahn in der 17. Minute noch scheinbar beruhigend mit 8:5 die Oberhand hatte, kamen die Mülheimer jetzt fast unmerklich heran und übernahmen das Kommando.

Ihnen gelang jetzt vieles, während die Wahner förmlich neben sich zu stehen schienen. Bis zur 25. Minute erzielten sie keinen einzigen Treffer mehr, so dass die Gäste nicht nur den Drei-Tore-Rückstand egalisieren, sondern mit sieben Toren in Folge ihrerseits mit 12:8 in Führung gehen konnten. Sie hatten jetzt einen richtigen Lauf. Mit einem 10:13 aus Sicht der Gastgeber wurden schließlich die Seiten gewechselt.

Es war zwar klar, dass bei diesem Spielstand noch nichts verloren war, aber es musste doch eine ordentliche Leistungssteigerung her, um die so wichtigen Punkte in Wahn zu behalten. Und die erhoffte Steigerung nach dem Seitenwechsel kam dann auch, wenn auch nicht sofort. Denn Gastgeber fanden zunächst nicht so gut ins Spiel und die ersten vier Angriffe verpufften allesamt ergebnislos. Doch die SG konnte daraus kein Kapital schlagen und nicht nachlegen, weil zumindest der Abwehrverband der Einheimischen jetzt sehr stabil stand und Thomas Wieland nach wie vor mit etlichen Paraden glänzte.

In der ersten Hälfte des zweiten Durchgangs erlebten die Gäste dann ein kleines Waterloo. Bis zur 45. Spielminute gelang ihnen lediglich ein einziger Treffer, es sollten im zweiten Durchgang insgesamt nur sechs werden, während die Wahner nach dem Ausgleich in der 38. Minute (14:14) auf 16:14 erhöhen konnten (42.). Jetzt diktierten die Gastgeber das Spielgeschehen und sie konnten ihren Vorsprung sogar auf drei Tore ausbauen (19:16/54.). Aber der Erfolg hing gleichwohl an einem seidenen Faden, denn die SG verkürzte noch in der gleichen Minute auf 19:18 und hätte kurze Zeit später (55.) mit einem Tempogegenstoß sogar den Ausgleich erzielen müssen. Doch Grischa Arndt scheiterte am Pfosten. Die Gastgeber agierten jetzt nicht hektisch und mit kühlem Kopf sicherten sie sich in den nächsten Angriffen durch zwei schnelle Tore dann endgültig den Sieg.

Die zufriedenen Wahner Zuschauer honorierten vor allem die vorzügliche Leistung von Thomas Wieland. Er war der Garant für diesen wichtigen Erfolg. Er erreichte schon im ersten Durchgang eine Effektivität von 45 Prozent und nach der Pause gar die gigantische Quote von 70 Prozent. Aus einer geschlossenen Mannschaft, in der jeder für jeden kämpfte, sei noch Christopher Busche mit seiner Treffsicherheit von der 7-Meter-Linie erwähnt. Kalt wie eine Hundeschnauze konnte er alle sechs Strafwürfe im gegnerischen Gehäuse unterbringen. Die Angriffseffektivität der Gastgeber nahm nach der Pause signifikant zu. Hier steigert man sich von mäßigen 32 Prozent vor dem Wechsel auf akzeptable 49 Prozent. Die Abwehrformation leistete über die gesamte Spielzeit ganze Arbeit. Nicht, dass sie nur 19 Gegentore zuließ, sie hatte auch einige Unterzahlspiele mehr zu bestreiten als der Gegner und zog sich dabei gut aus der Affäre.

Unter dem Strich war es ein verdienter Sieg der Gastgeber, die engagierter und mit mehr Herzblut zur Sache gingen. Das sehr junge Schiedsrichtergespann machte seine Sache insgesamt gut und behielt auch in kritischen Situationen die nötige Ruhe und den Überblick.

Karl Blank

Für den TV Wahn trafen: Christopher Busche (7/6), Michael Siebert (5), Tim Fuhrmann (3), Alexander Busche (3), Benjamin Jäger (2), Markus Filp (1) und Mesut Sümercan (1).

Torfolge: 5:1 (9.), 7:2 (12.), 8:5 (17.), 8:12 (24.), 10:13 (30.), 14:14 (38.), 16:15 (47.), 19:16 (54.), 21:18 (57.), 22:19 (60.).

Bilder vom Spiel von Thomas Schmidt