Eine Niederlage, die weh tut

Nach Spielschluss bietet sich den Zuschauern ein Bild, das unterschiedlicher kaum hätte sein können. Auf der einen Seite der Sporthalle hüpft das Team des TuS Opladen überglücklich im Kreis und feiert ausgelassen seinen Auswärtssieg. Einige Meter davon entfernt kauern die Spieler des TV Wahn mit hängenden Köpfen frustriert auf einer Holzbank. Das 24:25 (12:9) im ersten Heimspiel der Saison war eine Niederlage, die richtig weh tat. Die Mannschaft von Spielertrainer Patrick Selbach hatte 45 Minuten lang dominiert und zeitweise mit bis zu sechs Treffern geführt, um am Ende mit leeren Händen dazustehen. „Wir hätten unsere Führung ins Ziel retten müssen – egal wie“, haderte Abteilungsleiter Bernd Liberka.

20111005Nach hektischem Beginn mit vielen Fehlern auf beiden Seiten nahm der TVW das Heft in die Hand. Die Deckung stand kompakt und hatte mit Torwart Robert Oehl einen starken Rückhalt, der die gegnerischen Werfer vor allem im ersten Durchgang zur Verzweiflung brachte. Auch offensiv lief es zunächst rund: Über 6:3 (17.) und 8:4 setzte sich Wahn durch einen Tempogegenstoß von Florian Lenzen auf 10:4 (23.) ab. Immer wieder zogen die Gastgeber ihr Offensivspiel schön in die Breite, um dann entweder durch den umfunktionierten Rechtsaußen Ralf Proske oder die sich bietenden Löcher in der Opladener Defensive zu Torerfolgen zu kommen. Bis zum 11:5 (25.) lief alles nach Plan, ehe die Selbach-Sieben wie schon gegen den MTVD die Schlussphase der ersten Halbzeit verpatzte.

Auch nach dem Seitenwechsel deutete lange Zeit vieles auf einen Heimsieg des TV Wahn hin. Malte Schulin verwandelte einen Tempogegenstoß zum 16:12, Tim Schmitz und Thorsten Dolinski bauten die Führung bis auf 20:15 aus (45.). Die Porzer überstanden in dieser Phase sogar eine doppelte Unterzahl ohne Gegentor. Bis zum 21:18 durch Dolinski (48.) wurde der TuS halbwegs auf Distanz gehalten, ehe sich Wahn immer wieder in der gegnerischen Deckung festrannte und unvorbereitet oder unter Zeitdruck abschloss. Die Gäste, die in der zweiten Halbzeit auch offensiv deutlich besser agierten, gaben sich nie geschlagen, holten Tor um Tor auf und schafften beim 21:21 (53.) erstmals den Ausgleich.

Patrick Selbach und zwei Treffer von Malte Schulin sorgten zwar dafür, dass der TVW bis zum 24:23 jeweils vorlegte, das bessere Ende erwischte jedoch der Gegner. Kai Quante glich zum 24:24 aus (56.), danach war die Partie an Spannung kaum noch zu überbieten. Wegen einer Zeitstrafe gegen André Heinrich geriet Wahn in Unterzahl und wenig später durch einen Treffer von Marc Haußmann sogar in Rückstand – zum ersten Mal nach dem 0:1. Miroslav Dvoroznak hatte die große Chance auf den Ausgleich, nagelte in der letzten Minute aber einen Siebenmeter gegen die Torlatte. Auch eine offene Manndeckung, die Patrick Selbach in den Schlusssekunden verordnete, brachte nicht den erhofften Erfolg. Der Rest war Frust.

Für den TV „Jahn“ Köln-Wahn trafen: Miroslav Dvoroznak (6/5), André Heinrich (4), Thorsten Dolinski (4), Ralf Proske (3), Malte Schulin (3), Florian Lenzen (2), Tim Schmitz (1) und Patrick Selbach (1).

Tobias Carspecken