Duell der Sorgenkinder

Wenn die Verbandsliga-Handballer des TV Köln-Wahn am Samstag (19.30 Uhr, Großsporthalle) den SC Fortuna Köln zum Lokalderby empfangen, wird sich vermutlich eine der beiden Mannschaften aus ihrer sportlichen Krise befreien.

Die Durststrecke beider Vereine ist von ähnlich großem Ausmaß. Während Wahns Handballer ihre letzten vier Partien allesamt verloren, musste sich die Fortuna gleich fünfmal in Folge geschlagen geben. Der letzte Sieg der Südstädter datiert vom 21. September, als sich die Mannen von Trainer Stefan Köser in eigener Halle gegen den TV Palmersheim durchsetzen – für den Aufsteiger war es der vierte Sieg im fünften Spiel und die Vollendung eines Bilderbuchstarts.

Erhebliches Verletzungspech sorgte jedoch dafür, dass der Fortuna-Motor zuletzt stark ins Stottern geriet. Teils deutliche Niederlagen gegen Marienheide, Oberwiehl, Weiden, Siebengebirge und Pulheim ließen den SC von der Spitzengruppe ins Tabellenmittelfeld abrutschen. Fortunas Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt nur zwei Punkte und unterstreicht die ebenfalls gefährliche Lage des nächsten Wahner Gegners.

„Trotzdem ist die Stimmung in unserer Truppe ungebrochen positiv. Nun müssen wir aber langsam mal die Kurve bekommen, denn der Kampf im Verbandsliga-Tabellenkeller ist irrsinnig eng“, meint Tim Klein. Der Handball-Geschäftsführer des SC Fortuna Köln konnte übrigens vor wenigen Tagen die Verpflichtung eines weiteren Torhüters bekannt geben: Manfred Hoffmann, in Wahn bestens bekannt aus früheren Regionalliga-Zeiten, hat sich dem Aufsteiger angeschlossen.

Alarmbereitschaft herrscht auch beim TV Köln-Wahn nach dem Abrutschen auf einen Abstiegsplatz. „Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Wir sind gefordert und ich verlange von jedem Spieler 100-prozentigen Einsatz“, erklärte Wahns Spielertrainer Robert Bosnjak im Vorfeld des Kölner Stadtderbys. Nach seiner Rückkehr nach Wahn wird Linkshänder Alexander Busche am Samstag erstmals wieder für das „Flughafen-Team“ auflaufen. „Wir dürfen uns jetzt aber nicht auf Alex allein verlassen. Wir alle müssen uns steigern“, fordert Bosnjak.

Den Zuschauern wird am Samstag ein attraktives Rahmenprogramm geboten. Ab 19.15 Uhr und während der Halbzeitpause sorgt die Karnevalstanzgruppe „Wahner Wibbelstetze“ mit Tanzeinlagen für zusätzliche Unterhaltung. Es lohnt sich also, frühzeitig in die Großsporthalle zu kommen. Ausschnitte der Partie zeigt der Lokalfernsehsender „center.tv“ am kommenden Dienstag (19.30 Uhr) in der Sendung „Rheinsport“.

Tobias Carspecken