Dienstreise in die Hölle

Als der Handball-Verband Mittelrhein vor einigen Monaten den Spielplan für die neue Landesliga-Saison veröffentlichte, richteten sich die Blicke beim TV „Jahn“ Köln-Wahn und dem RSV Rath-Heumar zuallererst auf den 4. Spieltag, der das Aufeinandertreffen beider Mannschaften vorsieht. Am Samstag, dem 8. Oktober, ist es so weit: In der Sporthalle des Schulzentrums Ostheim am Hardtgenbuscher Kirchweg steigt das erste rechtsrheinische Lokalderby der noch jungen Spielzeit. Anwurf ist um 19.15 Uhr.

20111007-Tom-Kulik„Wir stellen uns auf einen bis zum Abpfiff leidenschaftlich kämpfenden Gegner ein“, sagt Wahns Abteilungsleiter Bernd Liberka mit Blick auf die brisante personelle Konstellation. Zahlreiche Spieler des RSV haben das Handballspielen in der Wahner Jugend gelernt und werden – wie schon in der vergangenen Saison – gegen ihren Ex-Klub besonders motiviert zu Werke gehen. Dazu zählt sicherlich auch Benjamin Jäger, der sich kurz vor Saisonbeginn gegen Wahn und für Rath-Heumar entschieden hatte und nun in einem direkten Duell mit seinem Heimatverein steht.

Auf die Mannschaft von Spielertrainer Patrick Selbach wartet nicht nur ein hochmotivierter Gegner, sondern auch eine stimmgewaltige Kulisse. Die sicherlich zahlreichen Zuschauer werden ihr Bestes geben, damit die Sporthalle am Hardtgenbuscher Kirchweg ihrem inoffiziellen Namen „Hölle von Ostheim“ auch gerecht wird. Patrick Selbach geht von Schwerstarbeit am Samstagabend aus: „Ich erwarte ein spannendes und sehr ausgeglichenes Spiel von zwei Mannschaften, die sich auf Augenhöhe befinden. Beide Teams müssen nach der jüngsten Niederlage gewinnen, um den Anschluss nach oben nicht zu verlieren.“

Mit einem Sieg und zwei Niederlagen verlief der Saisonbeginn für beide Teams zahlenmäßig gleich. Nach dem Kantersieg gegen die SG MTVD II am ersten Spieltag musste sich der RSV dem TuS 82 Opladen II und TV Strombach geschlagen geben – auch, weil es das Team von Rolf Rose nicht schaffte, über die gesamte Spieldauer eine konstante Leistung abzuliefern. So fordert der Rather Trainer vor dem Derby: „Wir müssen – anders wie in Opladen und Strombach – 60 Minuten unsere Leistung abrufen und uns vor allem im Angriff steigern.“

Damit die Dienstreise in die „Hölle“ für Wahn nicht zu einem Höllenritt wird, hofft Patrick Selbach, dass seine Mannschaft aus den Fehlern der ersten drei Spiele gelernt hat. Zum einen ist die bislang gezeigte Angriffsleistung ausbaufähig, zum anderen gelang es seinen Spielern vor allem bei der schmerzhaften 24:25-Niederlage gegen Opladen nicht, in beiden Halbzeiten die nötige Dominanz auszustrahlen. Starke 45 Minuten und eine zwischenzeitliche Führung von sechs Toren waren zu wenig, um gegen die TuS-Reserve zu gewinnen.

Im Vorspiel, das bereits um 17.15 Uhr angepfiffen wird, stehen sich die Zweitvertretungen beider Vereine gegenüber. Nach optimalem Saisonauftakt mit drei Siegen in drei Spielen hofft die Mannschaft von Trainer Stefan Heckers auf das nächste Erfolgserlebnis.

Eine sehr erfreuliche Nachricht gab es unter der Woche von der Stadt Köln. Nach monatelangen Renovierungsarbeiten ist die Großsporthalle Wahn wieder freigegeben. Der nächste Heimspieltag der beiden Herren-Teams am 22. Oktober kann also in gewohnter Umgebung ausgetragen werden.

Foto: Tom Kulik und den TV Wahn erwartet gegen Rath-Heumar ein harter Kampf. (Foto: Thomas Schmidt)

Tobias Carspecken