Die Überraschung verpasst

Trotz einer zwischenzeitlich deutlichen Führung haben die Landesliga-Handballer des TV „Jahn“ Köln-Wahn das Lokalderby beim HSV Bocklemünd verloren. Das Team von Trainer Torsten Tietgen konnte sich bis zur 35. Minute einen 19:14-Vorsprung herausarbeiten, gab diese Führung aber schnell wieder her und ging am Ende mit einer 25:29 (16:13)-Niederlage vom Feld.

Die Porzer starteten mit erheblichen Schwierigkeiten in die Partie. Gegen die kompakte Abwehr des HSV agierte vor allem der Wahner Rückraum zunächst viel zu druck- und ideenlos, um das Bocklemünder Tor ernsthaft in Gefahr zu bringen. Bis zum 9:10 (19.) rannten die Gäste ständig einem Rückstand hinterher und konnten sich bei ihrem starken Torhüter Thomas Wieland bedanken, dass das Ergebnis zu diesem Zeitpunkt nicht deutlicher ausfiel.

Dann aber wurde die Angriffsleistung der Blau-Weißen urplötzlich besser, was sich auch schnell im Spielstand widerspiegeln sollte. Tim Fuhrmann erzielte mit dem 11:10 in der 21. Minute die erste Führung für den TV Wahn, der seinen Vorsprung noch vor der Pause auf 14:11 ausbauen konnte. Per Kempa-Trick traf Dominik Heimes nach Vorlage von Tim Sprengel zur 16:13-Pausenführung, die Hoffnung auf einen doppelten Punktgewinn machte.

Diese Hoffnung wurde nach dem Seitenwechsel sogar noch größer, denn Tim Fuhrmann konnte den Vorsprung der Gäste auf 18:13 (33.) ausbauen. Anschließend gelang dem Tietgen-Team allerdings kaum noch etwas. Innerhalb von nur vier Minuten verkürzte der HSV auf 18:19 – das umkämpfte Lokalderby war wieder völlig offen. Bocklemünds Trainer Jan Köhler richtete seine Deckung nun deutlich offensiver aus, womit die Gäste überhaupt nicht zurecht kamen.

Das Wahner Angriffsspiel kam quasi zum Erliegen, die eigenen Treffer wurden kaum mehr richtig herausgespielt, sondern basierten eher auf Glück. Immer wieder leisteten sich die Rechtsrheinischen unvorbereitete Torwürfe, und in der Defensive sorgten die Anspiele auf den guten Bocklemünder Kreisläufer Sebastian Schneider für erhebliche Probleme.

Aus Wahner Sicht reichte die Leistung ab der 35. Minute einfach nicht aus, um die Führung zu verteidigen bzw. den Tabellendritten zu schlagen. Weil aber auch der HSV zahlreiche Torchancen liegen ließ – darunter vier Siebenmeter, die Thomas Wieland abwehren konnte, – blieb die Partie bis fünf Minuten vor dem Ende offen, ehe David Lindner sein Team per Siebenmetertor zum 27:24 endgültig auf die Siegerstraße brachte und eine durchaus mögliche Überraschung verhinderte.

Am kommenden Samstag (19. März, 19.30 Uhr, Großsporthalle) empfängt der TV Wahn den Tabellenfünften TV Strombach, gegen den die Blau-Weißen wieder in die Erfolgsspur zurückfinden wollen.

Für den TV „Jahn“ Köln-Wahn verkürzten: Tim Fuhrmann (4), Tim Sprengel (4), Markus Filp (4), Dominik Heimes (4), Benjamin Jäger (3), Simon Blendl (3), Tom Kulik (1) und Christopher Busche (1).

Tobias Carspecken