Die nächste große Herausforderung

Nach dem Sieg über Tabellenführer HSV Bocklemünd wartet am 7. Spieltag der Handball-Landesliga die nächste schwere Aufgabe auf den TV „Jahn“ Köln-Wahn. Am Samstag (17.30 Uhr, Gerhard-Kienbaum-Halle, Singerbrinkstraße/Gummersbach) gastiert das Team von Trainer Torsten Tietgen beim TV Strombach, der nach einigen knapp gescheiterten Versuchen auch in dieser Saison mit aller Macht in die Verbandsliga aufsteigen möchte.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat der TVS seinen ohnehin schon gut besetzten Kader weiter verstärkt. Mit Torwart Markus Heubach (TV Bergneustadt), Linkshänder Marc Lietzke (TV Wallefeld) sowie Tom Peters und Gunnar Ruddat, die beide von der HSG Marienheide/Müllenbach kamen, konnte sich der ambitionierte Landesligist die Dienste einiger namhafter Akteure sichern.

Dennoch verlief der Saisonstart etwas holprig. Nach Niederlagen gegen den MTVD Köln und TuS Rheindorf musste der TVS bereits vor der Herbstpause vier Punkte abgeben. Gerade bei diesen beiden Spielen dürfte das Trainergespann um Oliver Meyer und Kai Stübben seinen Rückraumschützen Fabian Hamacher schmerzlich vermisst haben. Hamacher, der zum wertvollsten Spieler der vergangenen Landesliga-Saison gewählt wurde, hatte sich vor der Herbstpause einen Nasenbeinbruch zugezogen. Eine Schulterverletzung zwang ihn auch am 5. und 6. Spieltag zum Zugucken.

Auf der anderen Seite konnte der TVS seine Spiele gegen Leichlingen, Wahlscheid, Nümbrecht und Rath-Heumar erfolgreich abschließen, so dass sich die Oberberger mit aktuell 8:4 Zählern auf Tuchfühlung zur Tabellenspitze befinden. Die Partie gegen „Jahn“ Wahn hat also für beide Mannschaften richtungsweisenden Charakter. Der Sieger setzt sich endgültig in der Spitzengruppe fest – eine verlockende Aussicht, die für zusätzliche Motivation sorgen dürfte.

Aus diesem Grund kommt es Torsten Tietgen noch mehr gelegen, dass sich die personelle Situation bei den Porzern wieder etwas entspannt hat. Tietgen hofft in Strombach auf eine ähnlich starke Abwehrleistung wie am vergangenen Wochenende gegen Bocklemünd, als das Flughafen-Team lediglich 20 Gegentore zuließ. Auch gegen den TVS wollen die Porzer den Grundstein für ein erfolgreiches Spiel in der Defensive legen. Ähnlich viele Fehlwürfe wie in der ersten Halbzeit gegen Bocklemünd sollte Wahn allerdings vermeiden – ein Team wie das des TV Strombach bestraft solche Nachlässigkeiten.

In der vergangenen Saison konnten die Porzer als einziges Team der Liga beide Duelle mit Strombach für sich entscheiden; die Spielweise der Gummersbacher scheint Wahn offenbar zu liegen. Am Samstag werden die Karten allerdings neu gemischt. Dann heißt es für die Jungs von Torsten Tietgen, erneut eine beherzte Abwehrleistung zu zeigen und im Angriff auf klare Torchancen zu warten. Nach dem Sieg über Tabellenführer Bocklemünd können die Rechtsrheinischen selbstbewusst ins Oberbergische reisen; wohlwissend, dass auch in Zukunft für erfolgreiche Spiele genauso viel Einsatz, Kraft und Wille investiert werden muss, wie es am vergangenen Samstag der Fall gewesen ist.

Tobias Carspecken