Deutlicher Heimsieg über Nümbrecht

Einen auch in dieser Höhe verdienten 38:29 (20:15)-Sieg fuhren die Landesliga-Handballer des TV „Jahn“ Köln-Wahn im Heimspiel gegen die Zweitvertretung des SSV Nümbrecht ein. Es war der zweite Sieg im zweiten Heimspiel für das Team von Trainer Torsten Tietgen. Als Belohnung verbesserten sich die Porzer mit nunmehr 4:2 Punkten auf den dritten Tabellenplatz.

„Wir freuen uns über einen insgesamt ungefährdeten Sieg“, erklärte Torsten Tietgen, der allerdings nicht nur positive Dinge gesehen hatte, denn: „29 Gegentore sind gegen diesen ersatzgeschwächten Gegner eindeutig zu viel.“ Die Oberberger waren mit lediglich acht Feldspielern angereist, der SSV hatte unter anderem auf seinen bislang erfolgreichsten Torschützen Marcus Schwemke verzichten müssen, der nach einer Roten Karte mit Bericht gesperrt war.

Wie schon zum Saisonauftakt gegen Wahlscheid erwischten die Porzer einen optimalen Start in die Partie. Schnell legten die Jungs von Torsten Tietgen zum 5:2 vor, doch erneut schlich sich eine mehrminütige und eigentlich unerklärliche Schwächephase ins Spiel des Flughafen-Teams ein. Nümbrecht nutzte die Fehler der Einheimischen aus und zog zum 7:7 gleich – eine ärgerliche Sache.

Tietgen reagierte mit einer Auszeit, die ihre Wirkung nicht verfehlen sollte. Nach den Einwechslungen der beiden Rückraumspieler Benjamin Jäger und Dominik Heimes hatte Wahn das Geschehen vor rund 120 Zuschauern in der stimmungsvollen Großsporthalle wieder besser im Griff und setzte sich dank seines effektiven Angriffsspiels über 11:9 und 17:13 zur Pause auf 20:15 ab, was die Anhänger der Einheimischen schon frühzeitig zu musikalischen Ausflügen nach Mallorca, Flensburg und Albany veranlasste. Maßgeblichen Anteil an der deutlichen Halbzeitführung hatte aber auch Linksaußen Michael Siebert, der eine überragende Partie bot und mit seiner Dynamik begeisterte. Erfreulich war aber auch der Auftritt des lange verletzten Dominik Heimes; seine Leistung war nicht nur wegen fünf erzielter Tore ein Schritt in die richtige Richtung.

So gut der erste Durchgang aus Sicht der Rechtsrheinischen endete, so schlecht verlief der Start in Halbzeit zwei. Die Tietgen-Schützlinge leisteten sich in der Offensive einige Aussetzer; beim 20:17 war Nümbrecht wieder auf Tuchfühlung. Richtig eng wurde es für Wahn allerdings nicht mehr. Bis zum 25:20 konnten die Oberberger den Rückstand einigermaßen in Grenzen halten, in der Schlussviertelstunde brach der SSV dann allerdings ein und musste dem hohen Tempo des TV Wahn Tribut zollen.

Spätestens, als der erneut stark aufspielende Benjamin Jäger zum 29:22 traf, war die Partie zu Gunsten der Gastgeber entschieden. Nümbrecht erlaubte sich mit zunehmender Spieldauer immer mehr technische Fehler, die Wahn zu einigen Tempogegenstoßtoren ausnutzen konnte. Einen Vorwurf wollte Nümbrechts Trainer Udo Bitzer seinen Spielern aber nicht machen: „45 Minuten lang konnten wir das hohe Tempo des Gegners mitgehen, danach sind wir aber vollkommen eingebrochen. In der Schlussphase hatten wir einfach nicht mehr die nötige Ruhe.“ Zwar konnten die Porzer bis zur Schlusssirene neun weitere Treffer nachlegen, im Gefühl des sicheren Sieges wurde allerdings auch die Abwehrarbeit vernachlässigt, so dass es der SSV am Ende auf immerhin 29 Treffer schaffte und die Niederlage halbwegs erträglich gestalten konnte. Das hinderte die Wahner Mannschaft allerdings nicht daran, den Sieg hüpfend und singend gemeinsam mit ihren Fans zu feiern und ihnen für die wie schon gegen Wahlscheid großartige akustische Unterstützung zu danken.

Am Ende eines erfreulichen Wahner Handballabends blieb dann eigentlich nur noch eine Frage offen: Wann hatte das nicht gerade für Kantersiege bekannte Flughafen-Team letztmals mindestens 38 Tore in einem Meisterschaftsspiel erzielt? Da niemand die Antwort wusste, bedurfte es eines Blickes in die Geschichtsbücher: Am 25. Februar 2007 beim 40:24-Kantersieg in der Verbandsliga gegen Kuchenheim. Torsten Tietgen hätte mit Sicherheit nichts dagegen, wenn sich seine Jungs bis zum nächsten Offensivspektakel weniger als drei Jahre Zeit lassen würden.

Für den TV „Jahn“ Köln-Wahn trafen: Michael Siebert (8), Benjamin Jäger (7), Christopher Busche (6), Dominik Heimes (5), Tim Fuhrmann (4/3), Simon Blendl (3), Markus Filp (2), Daniel Panaitescu (1), Adam Dymek (1) und Dennis Birkelbach (1).Tobias Carspecken

Bilder vom Spiel, aufgenommen von Thomas Schmidt, unter: http://www.flickr.com/photos/df8kk/sets/72157624912008443/