Verdiente Niederlage in Rheindorf

In der Schlussphase wurde es zwar noch einmal spannend, mit Blick auf den gesamten Spielverlauf kehrten die Landesliga-Handballer des TV „Jahn“ Köln-Wahn aber verdientermaßen ohne Punkte im Gepäck von ihrem Auswärtsspiel beim TuS Rheindorf zurück. Die Leverkusener siegten nach einer über weite Strecken überlegen geführten Partie mit 27:25 (14:12) und fügten dem Team von Trainer Torsten Tietgen am zweiten Spieltag die erste Niederlage bei.

Zwar erwischten die Porzer den etwas besseren Start in die Partie und führten nach Toren von Christopher Busche und Tom Kulik mit 2:0, danach lief über mehrere Minuten aber nur noch sehr wenig im Spiel der Gäste zusammen. In der Abwehr ließ Wahn die nötige Aggressivität und Absprache vermissen, so dass es der TuS vor allem im ersten Durchgang recht leicht hatte, Torerfolge zu verzeichnen. Steven Schmitz und Andreas Werling, die zusammen 21 (!) der 27 Rheindorfer Treffer erzielten, kamen viel zu oft unbedrängt zum Abschluss.

So konnten sich die Gastgeber vor über 150 Zuschauern bis zur 12. Minute einen 7:3-Vorsprung herausspielen. Erst danach ging ein Ruck durch das Wahner Team, das sich Stück vor Stück zurück in die Partie arbeitete. Als Simon Blendl in der 22. Minute zum 9:9 einnetzte, war das Spiel wieder offen. Es passte allerdings auch zum Auftritt der Wahner, dass ausgerechnet in der Schlussphase der ersten Halbzeit eine Überzahlsituation beim Stand von 11:11 nicht ausgenutzt werden konnte.

Stattdessen ging der Schuss nach hinten los. Rheindorf erzielte in Unterzahl zwei Treffer und ging mit einer 14:12 Führung in die Kabine – auch, weil die Porzer neben einem behäbigen Auftritt in der Defensive offensiv viel zu oft ohne Druck auf die gegnerische Abwehr agierten. Dem Wahner Rückraum fehlte es an diesem Abend außerdem an der nötigen Durchschlagskraft. Mit Benjamin Jäger, der wegen eines Blutergusses ausfiel, wurde eine weitere Alternative schmerzlich vermisst.

Im zweiten Durchgang konnten die Leverkusener ihre Führung weiter behaupten. Über 17:14 (37.), 22:18 (45.) und 26:21 (54.) hatte man eigentlich nie das Gefühl, dass Wahn die Partie noch einmal drehen könnte. Dennoch wurde es noch einmal spannend. Mit vier Toren in Folge verkürzte das Gästeteam auf 26:25 – 110 Sekunden vor Schluss war für die Jungs von Torsten Tietgen ein Punktgewinn in greifbarer Nähe. In doppelter Unterzahl gelang Rheindorf jedoch die Entscheidung.

Nach dem Auftaktsieg gegen Wahlscheid zeigte die Partie in Rheindorf, dass Wahn noch einige Prozentpunkte fehlen, um gegen ein Spitzenteam nicht nur mithalten, sondern auch gewinnen zu können. Zwar war der TuS an diesem Abend sicherlich kein übermächtiger Gegner, in der Summe erlaubte sich das Flughafen-Team defensiv wie offensiv aber zu viele Fehler.

Erfreulich war dafür, dass Linkshänder Dominik Heimes nach einjähriger Verletzungspause sein Comeback gab. Die nun folgenden Trainingseinheiten werden die Porzer sicherlich dazu nutzen, um auch am Zusammenspiel im Rückraum weiter zu arbeiten. Eine Steigerung ist nötig, will man die beiden noch ausstehenden Spiele vor der Herbstpause gegen Nümbrecht und Rath-Heumar jeweils mit Siegen abschließen – und das sollte der Anspruch dieses Teams auch sein.

Für den TV „Jahn“ Köln-Wahn waren erfolgreich: Tim Fuhrmann (9/7), Michael Siebert (5), Markus Filp (3), Daniel Panaitescu (2), Simon Blendl (2), Adam Dymek (1), Tom Kulik (1), Dominik Heimes (1) und Christopher Busche (1).

Tobias Carspecken