Ein besonderes Spiel

Im Lokalderby der Handball-Verbandsliga tritt der TV Köln-Wahn erst am Sonntagabend (Anwurf 19 Uhr, Sporthalle Heinrich-Rohlmann-Straße) beim HSV Bocklemünd an, der vom ehemaligen Wahner Trainer Stefan Filip gecoacht wird.

Für das „Flughafen-Team“ auf der einen und für Stefan Filip auf der anderen Seite ist das Duell zum Abschluss der Hinrunde also kein Spiel wie jedes andere. Filip hatte Wahns Handballer im Januar 2006 im Abstiegskampf der Oberliga übernommen, konnte damals aber trotz einer starken Rückrunde den Abstieg nicht mehr verhindern.

Im folgenden Jahr schaffte Filip mit Wahn den sofortigen Wiederaufstieg, ehe er noch in der Hinrunde der Oberliga-Saison 2007/08 von seinem Trainerposten zurücktrat. Damals belegte das „Flughafen-Team“ den letzten Tabellenplatz und stieg am Ende der Spielzeit auch als Schlusslicht in die Verbandsliga ab. Stefan Filips Rücktritt war für beide Seiten ein Abschied mit Schmerz, schließlich hatte sich der Handballtrainer aus Königswinter während seiner Amstzeit in Wahn viele Sympathien erarbeitet.

Ein schönes und im Hinblick auf das Wiedersehen am Sonntag auch gleichzeitig warnendes Erlebnis machten Wahns Handballer unter Stefan Filip am 20. Oktober des vergangenen Jahres, als das Oberliga-Schlusslicht beim bis dato verlustpunktfreien Spitzenreiter HSG Siebengebirge den ersten Saisonsieg einfuhr. Filip hatte seine Mannschaft damals bis in die Haarspitzen motiviert und optimal auf die Stärken und Schwächen des Gegners eingestellt, er kannte die HSG Siebengebirge als seinen ehemaligen Verein ja auch bestens.

Deshalb wird der TV Wahn auch am Sonntag mit einer perfekt eingestellten Bocklemünder Mannschaft rechnen müssen, schließlich stehen noch immer zahlreiche Akteure im Kader des „Flughafen-Teams“, die schon während der Amtszeit von Stefan Filip das Trikot des TV Wahn trugen. Betrachtet man diese besondere Konstellation aus Wahner Sicht, so kann man sagen: Gegen ihren ehemaligen Trainer werden alle Akteure – und vor allem die, die sich beweisen wollen – besonders motiviert sein.

Aktuell steht der HSV, der mit Jürgen Palmersheim und Hans Willi Sipply über ein starkes Torhütergespann verfügt, mit 12:12 Punkten im Mittelfeld der Verbandsliga. Nach überraschend gutem Saisonstart – aus den ersten sieben Partien ergatterte der abwehrstarke HSV beachtliche 10:4 Zähler – ließen die Filip-Schützlinge zuletzt jedoch Federn. Vier der letzten fünf Partien gingen verloren, Bocklemünd fiel von der Spitzengruppe ins Mittelfeld zurück – steht damit aber im Vergleich zum TV Wahn noch deutlich besser dar.

Mit 7:17 Punkten befindet sich das „Flughafen-Team“ für viele überraschend im Abstiegskampf. „Ein Sieg in Bocklemünd wäre deshalb sehr wichtig, um die bedrohliche Situation ein wenig zu entschärfen“, meint Abteilungsleiter Bernd Liberka. Immerhin kann Wahn im Lokalderby seine beste Formation aufbieten. Jürgen Proske steht nach seinem Wechsel aus Siegburg erstmals zur Verfügung.

Tobias Carspecken